Zoonose
Ausbruch des Marburg-Virus in Ruanda durch Kontakt mit Flughunden ausgelöst

Einen Monat nach dem Ausbruch des Marburg-Virus in Ruanda ist Behörden zufolge der Ursprung identifiziert worden. Wie das Gesundheitsministerium in Kigali mitteilte, wurde das Virus von Flughunden auf Menschen übertragen.

    Blutentnahmeröhrchen mit der Aufschrift Marburg-Virus
    Das Marburg-Virus ist in Ruanda ausgebrochen. (Symbolbild) (picture alliance / CHROMORANGE / Christian Ohde)
    Zu dem Kontakt sei es in einer Bergbaumine gekommen, in deren Nähe sich eine Höhle mit Flughunden befunden habe. Epidemiologen waren bereits kurz nach dem Ausbruch von einer Zoonose ausgegangen, also der Übertragung von Tier zu Mensch. Das Marburg-Virus kann auch von Mensch zu Mensch über direkten Kontakt übertragen werden.
    Das ostafrikanische Land Ruanda hatte den Ausbruch am 27. September gemeldet. Bislang haben sich dem Gesundheitsministerium zufolge 65 Menschen infiziert, 15 starben im Zusammenhang mit der Erkrankung.
    Das Marburg-Virus erhielt seinen Namen durch einen Ausbruch in einem Labor in der hessischen Stadt Marburg im Jahr 1967, wo Mitarbeiter Kontakt mit infizierten Versuchsaffen hatten. Es stammt aus derselben Erregerfamilie wie das Ebola-Virus. Zu den Symptomen zählen hohes Fieber und starke Kopfschmerzen, später kommen Durchfall, Erbrechen und Blutungen hinzu.
    Die Sterblichkeit liegt laut der WHO bei bis zu 88 Prozent. Bisher gibt es keine offiziell anerkannten Impfungen oder antiviralen Behandlungen. Zuletzt wurde eine klinische Studie begonnen, bei der das Medikament Remdesivir zum Einsatz kommt.
    Diese Nachricht wurde am 27.10.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.