
Die seit dem Frühjahr fallenden Frühindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima deuteten unverändert auf ein schwieriges Winterhalbjahr. Danach dürfte es wegen der Hiobsbotschaften aus der wichtigen Autoindustrie und der jahrelangen Erosion der Standortqualität nur zögerlich nach oben gehen, erklärte Krämer. Der Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger, sagte, an eine klassische Konjunkturerholung sei weiterhin nicht zu denken. Die geopolitische Lage sei schwierig, Zollerhöhungen drohten und die Ampel-Regierung dümpele dahin.
Ökonom Gitzel: Private Haushalte profitieren bereits von geringeren Inflationsraten
Der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, sagte zu den aktuellen Zahlen, es handele sich zwar nur um ein geringes Wachstum. Doch in Anbetracht der tiefliegenden Erwartungen fühle sich die Zahl fast schon wie ein kräftiger Zuwachs an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sei das Wachstum vor allem den staatlichen und privaten Konsumausgaben zu verdanken. Die privaten Haushalte profitierten bereits von geringeren Inflationsraten. "Damit bleibt real mehr in der Kasse übrig", sagte Gitzel.
Bundesbank rechnet weiter mit Fortsetzung der Schwächephase
Auch die Bundesbank geht davon aus, dass sich die Schwächephase fortsetzt. Die deutsche Wirtschaft dürfte im Schlussquartal "in etwa stagnieren", hatte die Notenbank in ihrem Monatsbericht Oktober geschrieben. Die Bundesregierung ist bislang ebenfalls eher pessimistisch: Sie erwartet in ihrem Herbstgutachten, dass das Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr um 0,2 Prozent schrumpfen wird.
Nach Angaben des Statistisches Bundesamtes legte das Bruttoinlandsprodukt von Juli bis September um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu.
Diese Nachricht wurde am 30.10.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.