Vier Jahre nach Massaker in Butscha
Außenminister Wadephul zu Solidaritätsbesuch in der Ukraine

Anlässlich des vierten Jahrestags der Befreiung der ukrainischen Kleinstadt Butscha haben die EU-Außenminister einen Solidaritätsbesuch abgestattet. Nach ihrer Ankunft in Kiew gedachten sie der Opfer des Massakers. Ukrainischen Angaben zufolge wurden in Butscha mehr als 400 getötete Zivilisten registriert.

    Mehrere Außenminister der EU-Staaten gedenken der Opfer in Butscha. Die Politiker halten Kerzen in den Händen.
    Bundesaußenminister Wadephul, der ukrainische Amtskollege Sybiha und weitere Außenminister der EU-Staaten gedenken der Opfer in der ukrainischen Stadt Butscha. (Ansgar Haase / dpa / Ansgar Haase)
    Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, Butscha stehe als Symbol für unzählige weitere russische Kriegsverbrechen. Außenminister Wadephul würdigte die Kraft der ukrainischen Armee zur Rückeroberung großer Landesteile, ebenso die Widerstandsfähigkeit und den Mut der Ukrainer.
    Die EU-Außenbeauftragte Kallas sagte, das Engagement in der Ukraine sei so wichtig wie nichts anderes, weil es um europäische Sicherheit gehe. Man müsse das Thema trotz des Iran-Krieges und dessen Folgen auf der Agenda halten und jede mögliche Unterstützung leisten.

    Was war in Butscha passiert?

    Als russische Truppen am 24. Februar 2022 die Grenzen der Ukraine übertraten und in der Hauptstadt Kiew die dortige Regierung absetzen wollten, nahmen sie vorübergehend die dazwischenliegenden Gebiete ein. Vielerorts wurden sie in den ersten Kriegswochen wieder zurückgedrängt. Am 31. März 2022 befreiten ukrainische Soldaten die Kleinstadt Butscha vor den Toren Kiews von den russischen Invasoren.
    Damals gingen Bilder aus den Straßen um die Welt, in denen die Leichen ziviler Opfer lagen. Ukrainische Behörden registrierten mehr als 400 getötete Zivilisten allein in Butscha. In der Region waren es mehr als 1.300, von denen 700 erschossen wurden. Russische Offizielle weisen den Vorwurf eines Kriegsverbrechens zurück und sprechen trotz klarer Gegenbeweise von einer Inszenierung.
    Internationale Politiker verurteilten Russland damals scharf; so brachten etwa die EU sowie die USA als Reaktion weitere Sanktionen auf den Weg.

    Wie steht die Ukraine derzeit da?

    Im fünften Kriegsjahr sind insbesondere die Frontgebiete im Norden und Osten der Ukraine weiter heftig umkämpft. Zuletzt waren der Ukraine einige Vorstöße gelungen, doch sprechen Experten von Anzeichen für den Beginn einer russischen Frühjahrsoffensive.
    (Hören Sie hierzu ein aktuelles Interview aus der Sendung ”Europa Heute”.)
    Zudem greift Russland weiter massiv ukrainische Städte mit Drohnen und Raketen an. Die Ukraine wehrt viele dieser Angriffe mit verhältnismäßig günstigen Waffensystemen ab. Am Wochenende vereinbarte Präsident Selenskyj Kooperationen mit mehreren Golfstaaten, die angesichts anhaltender Angriffe aus dem Iran an den ukrainischen Defensivwaffen interessiert sind.
    Diese Nachricht wurde am 31.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.