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Ausstellung "Frau Architekt" in Frankfurt
Entwerfen Frauen anders?

In der Kaiserzeit galten Frauen noch als ungeeignet für den Beruf, heute ist die Mehrzahl der hiesigen Architekturstudenten weiblich. "Die Idee, dass Frauen Verzierungen bauen und Männer gerade, strenge Linien, ist Unsinn!", sagte Ausstellungs-Kuratorin Mary Pepchinski im Dlf.

Mary Pepchinski im Corsogespräch mit Bernd Lechler | 29.09.2017
    Salini, Lino, Bildnis im Sitzen nach links der Grete Schütte-Lihotzky, erste Architektin am Hochbauamt der Stadt Frankfurt, Frankfurt am Main, 1927, Buntstift.
    Salini, Lino, Bildnis im Sitzen nach links der Grete Schütte-Lihotzky, erste Architektin am Hochbauamt der Stadt Frankfurt, Frankfurt am Main, 1927, Buntstift. (Historisches Museum Frankfurt)
    Der prominente Architekturkritiker Karl Scheffler schrieb 1908, Frauen hätten sich "von der Architektur sehr weit entfernt zu halten". Weil sie im Prinzip eben reproduktiv seien und bei zu viel kreativer Tätigkeit zu "reizbaren, hermaphroditischen" Wesen würden, am Ende Prostitutierte oder lesbisch.
    So zu erfahren im Deutschen Architekturmuseum im Frankfurt. Dort beginnt morgen die Ausstellung "Frau Architekt", die über 100 Jahre Architekturgeschichte aus der Perspektive der daran beteiligten Frauen erzählt – mit Werkbeispielen oder auch 22 Porträts von Architektinnen. Denn natürlich stehen die baulichen Entwürfe von Frauen denen von Männern in nichts nach.
    Mary Pepchinski ist Architektin, lehrt in Dresden – und hat die Ausstellung in Frankfurt mit kuratiert.
    Wir haben noch länger mit Mary Pepchinski gesprochen - Hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs