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Ausstellung im Literaturarchiv Marbach"Schreiben ist demokratisch"

Von Schiller über Goethe bis zu Hesse und Hoppe – erste Schreibversuche berühmter Schriftsteller des 18. Jahrhunderts bis heute zeigt eine Ausstellung im Literaturarchiv Marbach. „Schreiben ist eine Art Handorakel“, sagte dessen Direktorin Sandra Richter im Dlf.

Sandra Richter im Gespräch mit Anja Reinhardt | 28.09.2019

Die Direktorin des Literaturarchivs Marbach, Sandra Richter
Die Direktorin des Literaturarchivs Marbach, Sandra Richter (Chris Korner, DLA Marbach)
Schreiben geht heutzutage vielen im wahrsten Sinne des Wortes schlecht von der Hand. Das Schreiben fällt immer schwerer, je mehr wir mit Tastaturen tippen, am Rechner oder auf dem Smartphone. Und selbst das Tippen scheint vielen schon altmodisch, eine Sprachnachricht aufzusprechen geht schließlich noch schneller. Verlernen wir also das Schreiben? Das fragt in dieser Woche nicht nur die Wochenzeitung "Die Zeit", sondern das ist auch das Thema einer Ausstellung im Marbacher Literaturarchiv: "Hands On! Schreiben lernen, Poesie machen".
Schreiben macht selbstbewusst
Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger hat die Ausstellung angeregt. Von ihm und auch von seiner Tochter Theresia sind erste Schreibversuche ausgestellt. Die Qual des Schreiben lernens, so Sandra Richter, Leiterin des Literaturarchivs, übersetze sich irgendwann in Selbstbewusstsein.
"Jeder kann schreiben, einen Stift bewegen, sich ausdrücken. Schreiben gibt Auskunft über den sozialen Status."
Lyrik mit dem Füllfederhalter
Heutzutage müssen Autorinnen und Autoren entscheiden, ob sie am Computer schreiben oder zunächst mit der Hand, so Richter. Hans Magnus Enzensberger benutze einen Füllfederhalter, wenn er dichte. "Lyrik am Computer? Vielleicht geht das gar nicht. "
Schrift sei immer auch ein autoritäter Akt, sagt Richter. Und Schiller und Goethe hätten wie auch die Autoren der großen Gesellschaftsromane des 19. Jahrhunderts ihre Texte meistens diktiert. Die Ausstellung zeigt die ganze Bandbreite des Schreibens, auch die Twitter Literatur von heute.