
Man fordere Iran nachdrücklich auf, die Gewalt gegen die eigenen Bürgerinnen und Bürger zu beenden und ihre Rechte zu achten, hieß es weiter. Bundeskanzler Merz sagte am Rande seiner Indien-Reise, wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten könne, sei es faktisch am Ende.
Auch Frankreich, Großbritannien und weitere Länder bestellten die iranischen Botschafter ein. Die französische Regierung verurteile mit diesem Schritt die Staatsgewalt, die blindlings gegen friedliche Demonstranten ausgeübt werde, sagte Außenminister Barrot vor den Abgeordneten der Nationalversammlung in Paris. Die britische Außenministerin Cooper zeigte sich beunruhigt, dass die bislang verfügbaren Berichte das Ausmaß des Grauens noch unterschätzten.
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen kündigte weitere Sanktionen an. Sie betonte, man stehe an der Seite der Menschen im Iran, die mutig für ihre Freiheit demonstrierten.
Trump ruft zu weiteren Protesten auf
US-Präsident Trump rief die iranische Bevölkerung zu weiterem Protest auf. In einer Online-Botschaft schrieb er, Hilfe sei auf dem Weg. Was dies konkret bedeutet, blieb jedoch unklar. Trump hatte angesichts des gewaltsamen Vorgehens gegen Demonstrierende zuvor mit militärischen Mitteln gedroht. Das russische Außenministerium erklärte, die Drohungen der USA seien inakzeptabel. Russland ist ein enger Verbündeter des Iran.
Die iranische Justiz erhob unterdessen erste Anklagen gegen Teilnehmer der Massenproteste. Einigen droht Agenturberichten zufolge die Todesstrafe. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen sind bei den landesweiten Protesten im Iran bisher mehr als 2.000 Menschen getötet worden. Andere Schätzungen gehen von höheren Opferzahlen aus. Augenzeugen berichten, Einsatzkräfte des Regimes hätten Demonstranten teils aus unmittelbarer Nähe und ohne Vorwarnung erschossen.
Diese Nachricht wurde am 14.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
