Auf gemütlichen Sofas, bei Musik und Kerzenschein treffen sie sich jeden Freitagabend in dieser kleinen Kneipe: die ungarischsprachigen Journalisten, Lehrer, Kaufleute und Lokalpolitiker. Mitten in der Kleinstadt Miercurea-Ciuc - auf Ungarisch "Csikzereda" im äußersten Osten Rumäniens. Dort diskutiert die Gruppe dann unter ihrer blauen Flagge mit Halbmond und Sonne über die geforderte Autonomie für ihre Region - für das so genannte Szeklerland . Csaba Ferencz, der Vizepräsident des Nationalrates der Szekler ist einer von ihnen: Er erklärt, worum es geht.
" Es geht uns um eine regionale Zuständigkeit im Bildungs- und Gesundheitswesen. Um die Übernahme der Arbeitsämter, denn immer noch sind Ungarn vom Staatsdienst ausgeschlossen. Um den Ausbau einer eigenen Steuerverwaltung, um die Übernahme der Bundesstraßen und Staatsimmobilien. Das hat auch einen kulturellen Hintergrund - wir wollen unsere Szekler-Kultur mehr als bisher fördern, Die Rechte der rumänischen Mitbürger würden dadurch nicht eingeschränkt, sagt Ferencz "
In den 60er Jahren wurden die Kantone des Szeklerlandes zeitweise schon einmal selbständig regiert. Bis der Diktator Nicolae Ceausescu eine "rumänisierende" Siedlungspolitik betrieb und jedem Rumänen im Szeklerland Arbeit und eine Wohnung zuteilte. So besetzen die Rumänen bis heute die Mehrheit der Stellen im öffentlichen Dienst und machen 20 Prozent der Bevölkerung aus. Von den Autonomieforderungen der Szekler sind sie nicht unbedingt begeistert, wie Nina Tintar - die Referentin des Kulturzentrums der Region Kovasna. Rumänien gewährt den ungarischen und deutschen Minderheiten ja schon seit 1995 Schulunterricht, Zeitungen, Verlage und Fernsehprogramme in eigener Sprache - meint sie. Und dabei sollte es bleiben.
" Gut, alles verläuft friedlich und die Ungarn halten sich an die demokratischen Spielregeln. Ich weiß, dass es auch rumänische Befürworter dieser Idee gibt. Diese Autonomie definiert sich ja nicht ethnisch, sondern regional. Trotzdem ist es für die Einheit Rumäniens eine heikle Angelegenheit. Kommen die Szekler damit durch, werden andere Regionen, wie das restliche Siebenbürgen oder das Banat schon bald das Gleiche fordern."
Im vergangenen Jahrzehnt haben Autonomiebestrebungen Jugoslawien auseinander gerissen. In der Republik Moldau und im gesamten Kaukasus gibt es Gruppen bewaffneter Sepa-ratisten. Daher wollen rumänische Politiker nicht, dass nun in ihrem Land neue innere Grenzen gezogen werden. Doch die Vertreter des Szekler-Nationalrates sagen, es gehe ihnen nicht um eine Abspaltung von Rumänien. Ihr Ideal: eine Selbstverwaltung wie in Schottland und Süd-Tirol. Mehr als die Hälfte der im Szeklerland lebenden Bevölkerung würde dies laut Umfragen befürworten. Viele meist aus rein wirtschaftlichen Gründen - meint der Ökonom Zoltán Biró.
" Eine begrenzte wirtschaftliche und administrative Unabhängigkeit würde verhindern, dass die Steuergelder aus dieser Region weiter - wie bisher - nach Bukarest fließen. Stattdessen könnten wir sie für den Ausbau der lokalen Infrastruktur einsetzen. Und das würde wirklich allen zugute kommen."
Darum ist nun die Entscheidung des Präsidenten Traian Basescu für eine Dezentra-lisierung Rumäniens - zumindest eine erste positive Antwort. Auch für Csaba Ferencz und seine Freunde.
" Es wäre vollkommen unrealistisch, zu glauben, die rumänische Regierung würde uns von jetzt auf nachher ganz zustimmen. Die Autonomie ist ein Ziel in weiter Ferne. Aber genau darum zählt jeder kleine Teilerfolg. Das Szeklerland als europäische Region, mit einer eigenen Landesregierung - das ist meiner Meinung langfristig möglich. Denn ab sofort können wir ja ganz konkret in Bukarest erste Reformvorschläge für eine schrittweise Regionalisierung einreichen. "
" Es geht uns um eine regionale Zuständigkeit im Bildungs- und Gesundheitswesen. Um die Übernahme der Arbeitsämter, denn immer noch sind Ungarn vom Staatsdienst ausgeschlossen. Um den Ausbau einer eigenen Steuerverwaltung, um die Übernahme der Bundesstraßen und Staatsimmobilien. Das hat auch einen kulturellen Hintergrund - wir wollen unsere Szekler-Kultur mehr als bisher fördern, Die Rechte der rumänischen Mitbürger würden dadurch nicht eingeschränkt, sagt Ferencz "
In den 60er Jahren wurden die Kantone des Szeklerlandes zeitweise schon einmal selbständig regiert. Bis der Diktator Nicolae Ceausescu eine "rumänisierende" Siedlungspolitik betrieb und jedem Rumänen im Szeklerland Arbeit und eine Wohnung zuteilte. So besetzen die Rumänen bis heute die Mehrheit der Stellen im öffentlichen Dienst und machen 20 Prozent der Bevölkerung aus. Von den Autonomieforderungen der Szekler sind sie nicht unbedingt begeistert, wie Nina Tintar - die Referentin des Kulturzentrums der Region Kovasna. Rumänien gewährt den ungarischen und deutschen Minderheiten ja schon seit 1995 Schulunterricht, Zeitungen, Verlage und Fernsehprogramme in eigener Sprache - meint sie. Und dabei sollte es bleiben.
" Gut, alles verläuft friedlich und die Ungarn halten sich an die demokratischen Spielregeln. Ich weiß, dass es auch rumänische Befürworter dieser Idee gibt. Diese Autonomie definiert sich ja nicht ethnisch, sondern regional. Trotzdem ist es für die Einheit Rumäniens eine heikle Angelegenheit. Kommen die Szekler damit durch, werden andere Regionen, wie das restliche Siebenbürgen oder das Banat schon bald das Gleiche fordern."
Im vergangenen Jahrzehnt haben Autonomiebestrebungen Jugoslawien auseinander gerissen. In der Republik Moldau und im gesamten Kaukasus gibt es Gruppen bewaffneter Sepa-ratisten. Daher wollen rumänische Politiker nicht, dass nun in ihrem Land neue innere Grenzen gezogen werden. Doch die Vertreter des Szekler-Nationalrates sagen, es gehe ihnen nicht um eine Abspaltung von Rumänien. Ihr Ideal: eine Selbstverwaltung wie in Schottland und Süd-Tirol. Mehr als die Hälfte der im Szeklerland lebenden Bevölkerung würde dies laut Umfragen befürworten. Viele meist aus rein wirtschaftlichen Gründen - meint der Ökonom Zoltán Biró.
" Eine begrenzte wirtschaftliche und administrative Unabhängigkeit würde verhindern, dass die Steuergelder aus dieser Region weiter - wie bisher - nach Bukarest fließen. Stattdessen könnten wir sie für den Ausbau der lokalen Infrastruktur einsetzen. Und das würde wirklich allen zugute kommen."
Darum ist nun die Entscheidung des Präsidenten Traian Basescu für eine Dezentra-lisierung Rumäniens - zumindest eine erste positive Antwort. Auch für Csaba Ferencz und seine Freunde.
" Es wäre vollkommen unrealistisch, zu glauben, die rumänische Regierung würde uns von jetzt auf nachher ganz zustimmen. Die Autonomie ist ein Ziel in weiter Ferne. Aber genau darum zählt jeder kleine Teilerfolg. Das Szeklerland als europäische Region, mit einer eigenen Landesregierung - das ist meiner Meinung langfristig möglich. Denn ab sofort können wir ja ganz konkret in Bukarest erste Reformvorschläge für eine schrittweise Regionalisierung einreichen. "