Klagenfurt
Autorin Lena Schätte mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet

Die deutsche Autorin Lena Schätte ist mit dem diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis geehrt worden. Die ehemalige Psychiatriekrankenschwester erhielt die Auszeichnung für ihren Text "Was wir tragen". Sie setzte sich bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur gegen 13 Mitbewerber durch.

    Die Verleihung des Bachmann-Preises: Die Auszeichnung geht an Lena Schätte 
(2.v. r); die weiteren Preisträger stehen daneben.
    Die Verleihung des Bachmann-Preises: Die Auszeichnung geht an Lena Schätte (2.v. r); die weiteren Preisträger stehen daneben. (picture alliance / APA-Images / WOLFGANG JANNACH)
    Schätte schildert in ihrem literarischen Werk die Freundschaft zwischen zwei stark übergewichtigen Schülerinnen. Schon in der Vorauswahl nannte die Jury den Text "schonungslos und berührend". Der Schweizer Germanist und Philosoph Thomas Strässle betonte in seiner Laudatio, der Text, der von Ausgrenzung und Selbstbehauptung handele, sei so stark und so bezwingend, dass er es nie nötig gehabt habe, anklagend oder sogar belehrend zu werden. Vielmehr setze er ganz auf die Kraft der literarischen Mittel, in einer Sprache, die in ihrer Schönheit und Schlichtheit unübertrefflich sei.

    Lena Schätte: "Wie ein Fiebertraum"

    Der Publikumspreis, dotiert mit 10.000 Euro, ging ebenfalls an Lena Schätte. Die Schriftstellerin aus Nordrhein-Westfalen sagte nach der Preisvergabe, es sei wie ein Fiebertraum, sie brauche noch ein wenig Zeit.

    Deutschlandfunk-Preis für Ozan Zakariya Keskinkılıç

    Neben dem Hauptpreis wurden Autorinnen und Autoren mit weiteren Auszeichnungen geehrt. Den Deutschlandfunk-Preis, dortiert mit 12.500 Euro, erhielt Ozan Zakariya Keskinkılıç für seinen Text "Vater ohne Sohn". Jurorin Mara Delius sagte: "Der Text erzählt von einem Menschen, der an seiner Schuld fast zerbricht. Es geht um Schuld und Vergebung, Glaube und Zweifel."
    Der 3sat-Preis (7.500 Euro) ging an Magdalena Schrefel für einen Text, der vom Schicksal einer 40-jährigen Frau mit der Diagnose Brustkrebs handelt. Die ungarische Lyrikerin Kinga Tóth wurde für ihren Text "Ostblock-Mädel" ausgezeichnet. Der Jury zufolge führt die Autorin in ihrem Text in das Grenzland zwischen Ungarn und Österreich und lässt die Stimmen der Frauen hören, die die Grenzen in diesem Kulturraum überschreiten.
    Der Bachmann-Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und wird seit 1977 in Gedenken an die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann verliehen. Die österreichische Lyrikerin wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.
    Diese Nachricht wurde am 28.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.