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Kaukasus
Baerbock besucht armenische Grenzregion

Außenministerin Baerbock hat auf ihrer Kaukasus-Reise die armenische Grenzregion zur autonomen aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan besucht. Die Grünen-Politikerin nahm an einer Kontrollfahrt der zivilen EU-Mission EUMA zur Beobachtung der Sicherheitslage teil.

    Baerbock schaut durch ein Fernglas. Ein bärtiger EUMA-Mann in blauer Uniform mit Sonnenbrille steht hinter ihr, sagt etwas und gestikuliert mit der linken Hand.
    Annalena Baerbock an der Grenze zu Nachitschewan. (Hannes P. Albert / dpa)
    Baerbock sprach sich dafür aus, die Beobachtungsmission aufzustocken. Deutschland stehe bereit, sich hier intensiver zu engagieren. Es wird seit Längerem befürchtet, dass das autoritär regierte Aserbaidschan Armenien angreifen könnte, um einen Korridor zu seiner Enklave zu schaffen. Nachitschewan wird durch einen rund 50 Kilometer breiten armenischen Streifen vom aserbaidschanischen Kernland abgetrennt.

    Treffen mit geflüchteten Karabach-Armeniern

    Baerbock kam in Armenien auch mit Geflüchteten aus Berg-Karabach zusammen. Anschließend fliegt sie nach Aserbaidschan. In der Hauptstadt Baku sind Treffen mit Präsident Aliyev und Außenminister Bayramov geplant.
    Gestern hatte die Bundesaußenministerin an Armenien und Aserbaidschan appelliert, Verhandlungen zur Lösung des Kaukasus-Konflikts aufzunehmen.
    Nach einem Treffen mit ihrem armenischen Amtskollegen Mirsojan in Eriwan sagte Baerbock, die Vermittlungsbemühungen von EU-Ratspräsident Michel seien eine Brücke, die den schnellsten Weg zum Frieden aufzeigen könne. Mirsojan erklärte, Armenien habe den Willen, den Weg des Friedens zu gehen. Es gehe um die Anerkennung der territorialen Souveränität beider Länder.
    Aserbaidschan hatte vor einigen Wochen die von armenisch-stämmigen Menschen bewohnte Region Berg-Karabach eingenommen. Mehr als 100.000 Menschen waren anschließend nach Armenien geflohen.
    Diese Nachricht wurde am 04.11.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.