
Im vergangenen Jahr wurden mindestens 108 Bären in der Gebirgskette zwischen Frankreich und Spanien gezählt, wie die französische Behörde für Artenvielfalt mitteilte. Im Jahr zuvor seien es nach korrigierten Zahlen 107 gewesen. Die Bärenpopulation habe sich in den vergangenen Jahren zwar nach und nach vergrößert, aber zugleich habe es "vermehrt Inzucht und eine geringe genetische Vielfalt gegeben".
Zwischen 2006 und 2024 habe die jährliche Wachstumsrate bei knapp zwölf Prozent gelegen. Im vergangenen Jahr seien mindestens sechs Würfe mit insgesamt acht Jungtieren nachgewiesen worden. Eine weitere Aussetzung von Bären, wie sie von Tierschützern gefordert wird, sei derzeit nicht vorgesehen, erklärte das Umweltministerium.
Bären waren in den französischen Pyrenäen zu Beginn der 90er Jahre so gut wie ausgestorben
Nach Angaben des Vereins Pays de l'Ours-Adet (etwa: Land der Bären) ist die Bärenpopulation in den Pyrenäen genetisch nicht stabil, da sie auf wenige, aus Slowenien stammende Bären zurückgehe. Schon jetzt sei erkennbar, dass die Zahl der Jungtiere pro Wurf und die Fruchtbarkeit abnähmen. "Wenn wir zu lange warten, gerät die Inzucht außer Kontrolle", sagte Alain Reynes von Pays de l'Ours-Adet. "Je länger wir warten, desto mehr Bären müssen ausgewildert werden, um das zu korrigieren", fügte er hinzu.
Bären waren in den französischen Pyrenäen zu Beginn der 1990er Jahre so gut wie ausgestorben. Die derzeitige Bärenpopulation geht auf wieder angesiedelte Bären aus Slowenien zurück. Ihre Zahl wird in Zusammenarbeit mit Experten aus Spanien und Andorra mit Hilfe verschiedener Methoden festgestellt, etwa der DNA-Analyse von Fellresten oder Kot.
Diese Nachricht wurde am 27.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
