Limburger Bischof
Bätzing gibt Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz ab

Der Limburger Bischof Bätzing wird im Februar den Vorsitz der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) abgeben. Das teilte die Bischofskonferenz in Bonn mit. Bätzing habe diese Entscheidung den rund 60 Mitgliedern der Konferenz in einem Brief mitgeteilt.

    Ein Mann in Soutane steht in einer Kirche. Hinter ihm ist ein Kreuz. Es ist der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, bei einem ökumenischen Gottesdienst.
    Bischof Georg Bätzing (Archivbild) (Imago / epd / Christian Ditsch)
    In einem Interview mit dem Deutschlandfunk hatte Bätzing kurz vor Weihnachten noch offengelassen, ob er erneut antreten würde. Beides habe etwas für sich, sagte er mit Blick auf seine mögliche Wiederwahl oder die Wahl eines neuen Vorsitzenden. Da müsse man gut überlegen.
    In dem Brief schrieb Bätzing nun den Angaben zufolge, um im Vorfeld der Frühjahrsvollversammlung gute Überlegungen für die Wahl zu ermöglichen, wolle er mitteilen, dass er für eine erneute Wahl nicht zur Verfügung stehe. Er habe sich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden. Die Versammlung der katholischen Bischöfe findet vom 23. bis 26. Februar in Würzburg statt.

    Bätzing: entschiedener Befürworter eines Reformkurses in der katholischen Kirche

    Der 64 Jahre alte Geistliche war im März 2020 in der Nachfolge des Münchner Erzbischofs, Kardinal Marx, zum Vorsitzenden gewählt worden. Seine sechsjährige Amtszeit war vor allem geprägt von Konflikten innerhalb der DBK und mit dem Vatikan über das Reformprojekt "Synodaler Weg". Bätzing vertrat dabei die Seite der Reformer. Er macht sich zum Beispiel dafür stark, dass Frauen Diakoninnen werden dürfen - eine Vorstufe zum Priesteramt. Auch will er Laien - Gläubige ohne klerikales Amt - stärker an Entscheidungen beteiligen.

    Widerstand innerhalb der Bischofskonferenz gegen Bätzing

    Wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt, formierte sich innerhalb der Bischofskonferenz zunehmend Widerstand gegen ihn. Er habe sich den Unmut konservativer Bischöfe zugezogen. Aber auch im Lager der Gemäßigten habe es manchmal Irritation darüber gegeben, dass sich Bätzing mit markanten Äußerungen in umstrittenen Themenfeldern positionierte - ohne vorher ausreichend geprüft zu haben, ob es dafür schon eine tragfähige Mehrheit gebe. Zudem galt Bätzing laut dpa als nicht besonders gut vernetzt im Vatikan. 

    Zentralkomitee der deutschen Katholiken würdigt Bätzing

    Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Stetter-Karp, bedauerte Bätzings Entschluss. Zugleich habe dieser Schritt ihren vollen Respekt. Dem ZdK sei er ein "kollegiales, wahrhaftiges und hochengagiertes Gegenüber" gewesen. Beim Synodalen Weg sei er zukunftsorientiert vorangegangen und habe zugleich mit Augenmaß agiert. Sie hoffe, dass sein Nachfolger in ähnlicher Weise zukunftsorientiert sein werde.

    Hör-Tipp

    Kurz vor Weihnachten war Bischof Bätzing Gesprächspartner im Interview der Woche des Deutschlandfunks.
    Diese Nachricht wurde am 19.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.