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Sargassum-Algen
Bakterienbelastete Braunalgen sorgen für Probleme an Floridas Stränden

Große Klumpen von braunen Sargassum-Algen haben die Strände im US-Bundesstaat Florida erreicht. Die Algen verbreiten einen stechenden Geruch, wenn sie verrotten und sie haben eine gefährliche Fracht: allesfressende Vibrio-Bakterien.

08.06.2023
    Ein Warnschild am Clearwater-Beach im US-Bundesstaat Florida. Es warnt vor Braunalgen im Wasser. Die Algen liegen auch überall am Strand.
    Eine Warnung vor Braunalgen am Clearwater-Beach im US-Bundesstaat Florida. (IMAGO / ZUMA Wire / IMAGO / Douglas R. Clifford)
    Schon zuvor hatte Mexiko über die Algenplage an seiner Küste geklagt. Die Algenklumpen stammen offenbar aus einem zunehmend größer werdenden Algenteppich aus dem Atlantik, der als "Großatlantischer Sargassumgürtel" bezeichnet wird. Mehrere Medien, wie "Spiegel" und "The Guardian" berichten nun über große Mengen von Braunalgen an Floridas Küsten. Demnach hat sich offenbar ein acht Kilometer langer Klumpen vom Algengürtel abgelöst und erreicht nun die Küste Floridas.

    Braunalgen bringen gefährliche Bakterienlast mit

    Jeden Tag schwemmen die Wellen neue Algenberge an die Strände und jeden Tag säubern Arbeiter den Sand. Dabei müssen sie vorsichtig sein: Die Arbeiter sind angehalten, die Braunalgen nicht mit bloßen Händen zu berühren, denn die Algen sind mit Bakterien der Art "Vibrio vulnificus" belastet, eine Bakterienart, die als "allesfressend" oder "fleischfressend" beschrieben wird. Wenn sie über offene Wunden in den Körper eindringen, können sie bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem schwerste Infektionen auslösen. Die Algen aus dem Wasser zu ziehen bevor sie den Strand erreichen, ist aber in Florida illegal. Sie gelten als wichtiger Lebensraum für Krabben, Garnelen und andere Meerestiere.

    Algen- und Bakterienausbreitung: Ursache könnten Wind und Plastikmüll sein

    Die Medien berichten über neue Forschungsergebnisse: Demnach haften die Bakterien an Plastik. Der Algenteppich im Atlantik ist voller Plastikmüll und bietet einen perfekten Nährboden für Vibrio vulnificus. Über die Ursache des größer werdenden Sargassumsgürtels im Atlantik ist bislang wenig Gesichertes bekannt. Entscheidend könnte laut Studien jedoch ein Wetterphänomen gewesen sein: die Nordatlantische Oszillation (NOA). Im Winter 2009/2010 gab es eine ungewöhnliche Veränderung der Windverhältnisse im nordatlantischen Raum, wie US-Forscher berichten. Das führte dazu, dass sich die Braunalgen von der Sargassosee östlich von Florida, wo es sie immer schon gab, ausbreiteten. Die Winde und die Strömungen trugen sie dann südwärts entlang der afrikanischen Küste bis zum tropischen Atlantik. Dort fanden die Braunalgen günstige Bedingungen für ihre explosive Ausbreitung: viel Sonnenlicht und Nährstoffe sowie hohe Wassertemperaturen.