
Am 14. Juni 1941 und den darauffolgenden Tagen wurden zunächst rund 10.000 Esten, mehr als 15.000 Letten und fast 18.000 Litauer nach Sibirien verschleppt. Die Sowjetunion hatte die Staaten im Zweiten Weltkrieg annektiert. Eine zweite, noch größere Deportationswelle folgte 1949.
Der lettische Präsident Rinkevics erinnerte in Riga, die Massendeportationen seien mehr als nur die Vertreibung aus der Heimat gewesen. Vier von zehn Deportierten seien im Exil gestorben. Diejenigen, die auf lettisches Gebiet zurückkehrten, seien nicht wirklich nach Hause zurückgekehrt. Denn ihr Zuhause sei das freie Lettland gewesen, nicht ein sowjetisches Gefängnis. Ihre Familien seien auseinandergerissen worden. Man müsse aus den historischen Ereignissen Lehren für die Gegenwart ziehen, betonte Rinkevics.
Estland, Lettland und Litauen waren im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Nazi-Deutschland besetzt. Nach Kriegsende blieben sie gezwungenermaßen Teil der Sowjetunion und erlangten erst 1991 ihre Unabhängigkeit wieder. Seit 2004 gehören sie der EU und der NATO an.
Diese Nachricht wurde am 14.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
