Dienstag, 06. Dezember 2022

DBB vor Basketball-EM
"Wir haben eine hervorragende Mannschaft"

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat die EM-Generalprobe gegen Slowenien eindrucksvoll gemeistert. Die Mannschaft sei für die EM gerüstet, sagte DBB-Generalsekretär Wolfgang Brenscheidt im DLF. Trotz vieler Ausfälle wolle man das Medaillen-Ziel "nicht revidieren".

Wolfgang Brenscheidt im Gespräch mit Astrid Rawohl | 28.08.2022

Die deutschen Basketball-Nationalspieler klatschen sich nach dem Sieg gegen Slowenien in der WM-Qualifikation ab.
Die deutschen Basketball-Nationalspieler klatschen sich nach dem Sieg gegen Slowenien in der WM-Qualifikation ab. (IMAGO / Eibner / IMAGO / EIBNER / Guener Santemiz)
Die Generalprobe ist geschafft - und das auf beeindruckende Art und Weise. Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat am Sonntag Slowenien um NBA-Star Luka Doncic in der WM-Qualifikation in München überraschend deutlich mit 90:71 geschlagen und sich Selbstvertrauen für die am Donnerstag beginnende Europameisterschaft geholt.
"Als Standortbestimmung, um zu sehen, wo das Team steht und was an Potential da ist, war es extrem wichtig", sagte Wolfgang Brenscheidt, Generalsekretär des Deutschen Basketball-Bundes im Deutschlandfunk. "Insofern sind wir auch froh, dass der Sieg in der Höhe ausgefallen ist. Da hätte ich persönlich nicht mit gerechnet." Vor allem der Teamgeist und die Defensivleistung hätten ihn besonders beeindruckt, so Brenscheidt.

Für EM "sehr, sehr gut vorbereitet"

Für die anstehende EM, die unter anderem in Köln und Berlin stattfindet, sieht Brenscheidt "sehr, sehr gut vorbereitet. Insofern geht es darum, mit dem Heimpublikum in Köln die Leistung abzurufen, die wir heute ansatzweise gezeigt haben. Wobei wir alle fest daran glauben, dass noch Luft nach oben ist."
Nick Weiler-Babb und Nils Giffey seien noch nicht an ihrer Leistungsgrenze, so Brenscheidt. "Wenn die auch noch ein Stück hochfahren und das Team sich in der Top-Rotation weiter einspielt, geht da noch eine Menge."

Hoffnung auf Einsatz von Daniel Theis

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von NBA-Spieler Daniel Theis, der wegen Kniebeschwerden noch pausiert. Am Dienstag will der DBB bekanntgeben, ob Theis bei der EM dabei ist. "Nach den heutigen Belastungstests sah alles sehr, sehr gut aus, sodass wir alle guter Hoffnungen sein dürfen, dass wir gegebenenfalls den Daniel am Dienstag auch im Team haben werden."
Andere Top-Spieler wie Moritz Wagner, Tibor Pleiß, Isaac Bonga oder Maxi Kleber mussten bereits verletzungsbedingt absagen. "Das ist auch Teil des Ganzen. Wir haben aber auch gelernt, dass individuelle Qualität nicht gleich Erfolg bedeutet", sagte Brenscheidt. Insofern sei es wichtiger, als Mannschaft zu funktionieren. "Und wir haben eine hervorragende Mannschaft aus Individual-Talent und Mannschaftsgefüge. Und wenn wir die nächsten Tage noch nutzen, zusammen zu wachsen, kann man definitiv sagen, wird Deutschland eine Mannschaft sein, die für jeden Gegner schwer zu spielen sein wird."

DBB-Team für NBA-Spieler noch attraktiv

Generell sei es für die NBA-Spieler aber noch attraktiv, im DBB-Team aufzulaufen, so Brenscheidt. "Daniel Theis könnte jetzt auch sagen, er mache lieber komplett Pause. Das macht er nicht und versucht, sich reinzubeißen, weil er eben diese Heim-EM spielen will."
Kleber hatte sich dagegen entschieden, lieber zu pausieren. Obwohl er es einmal in Deutschlandfunk als Ehre bezeichnete, für die Nationalmannschaft spielen zu dürfen. "Wenn sich aber nach einer langen Saison dann doch herausstellt, und wir haben ja auch Kontakt gehabt zu den Medizinern, dass dann doch eine mögliche Belastungsspitze in den Umfang der Basketball-EM zu viel sein könnte, muss man das akzeptieren."

Medaille als Ziel

Aber auch ohne Kleber will das DBB-Team eine EM-Medaille holen. "Das Ziel hat das Team selbst herausgegeben und es ist immer wichtig, dass ein Team Ziele funktioniert", so Brenscheidt. "Und wir sind von Anfang an davon ausgegangen, dass wir eine Medaillen-Mannschaft stellen können und das Team will dieses Ziel nicht revidieren. Und deswegen stehen wir hinter diesem Ziel, wohlwissend, dass in Europa die Leistungsdichte so ist, dass das auch alles anders ausgehen kann."