Wohnungsbau
Bauministerin Hubertz stellt neues Baugesetzbuch vor

Bundesbauministerin Hubertz stellt heute Pläne für ein überarbeitetes Baugesetzbuch vor. Man müsse dem Wohnungsbau in Deutschland endlich Vorfahrt einräumen, sagte Hubertz im Deutschlandfunk.

    Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) spricht im Plenarsaal im Bundestag während der Befragung der Bundesregierung.
    Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) will den ins Stocken geratenen Wohnungsbau wieder ankurbeln (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Dafür träten Interessen wie Denkmal- und Umweltschutz zurück, Standards würden aber nicht gesenkt. Hubertz wies Vorwürfe aus den Reihen der Linken zurück, wonach die Bürgerbeteiligung bei der Stadtplanung durch das Gesetz reduziert würde.

    Entwurf heute im Kabinett

    Das Bundeskabinett befasst sich heute mit Hubertz' Entwurf für eine - wie es heißt - "Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts", der nach Angaben der SPD-Politikerin die bürokratischen Hürden im Wohnungsbau deutlich senken soll. Zugleich sollen Kommunen in die Lage versetzt werden, besser gegen verwahrloste sogenannte Schrottimmobilien vorzugehen und im Extremfall auch Enteignungen durchführen können.

    Korrespondent Wurzel: "Viel vorgenommen, demonstrativ fescher Name für Novelle"

    Unser Hauptstadt-Korrespondent Steffen Wurzel sagte im Deutschlandfunk, die Ministerin verspreche eine Menge mit dieser Reform, und das Ministerium habe sich einen demonstrativ feschen Name für die Novelle ausgedacht: "Baugesetzbuch-Upgrade". Die Neuerungen zielten vor allem darauf ab, das Bauen schneller, einfacher, transparenter und günstiger zu machen. So könne in Gebieten mit einem angespannten Wohnungsmarkt für Wohnungsneubauten ein "überragendes öffentliches Interesse" gelten - damit könnten dann Aspekte wie Lärm- oder Naturschutz weniger wichtig werden. Insofern sei es kaum überraschend, dass Umweltverbände diesen Punkt deutlich kritisierten.
    Im Sommer will Hubertz gemeinsam mit Justizministerin Hubig einen weiteren Gesetzentwurf vorlegen, der einen Gebäudetyp für vereinfachtes und kostengünstiges Bauen festschreibt.

    2025 nur knapp 207.000 Wohnungen neu gebaut

    Der Wohnungsbau in Deutschland steckt seit Jahren in der Krise. 2025 waren in Deutschland knapp 207.000 Wohnungen neu gebaut worden. Das war die niedrigste Zahl seit mehr als zehn Jahren. Allerdings stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im ‌ersten Quartal des laufenden Jahres deutlich. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 63.500 Objekte genehmigt. Das war ein Plus von 14,6 ⁠Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Experten befürchten aber, dass die Dynamik wieder nachlassen könnte. Sie verweisen unter anderem auf den Irankrieg und die damit verbundenen hohen Kraftstoffpreise sowie die gestiegene Inflation.
    Diese Nachricht wurde am 27.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.