"Interview der Woche"
Bayerns Ministerpräsident Söder für stärkere Einbindung der Bundesländer

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Söder hat eine stärkere Einbindung der Länder bei Entscheidungen der Bundesregierung angemahnt. Söder sagte im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks mit Blick auf die geplatzte Entlastungsprämie für Arbeitnehmer, er habe von Anfang an auf die Situation der Länder hingewiesen.

    Markus Söder steht im dunklen Anzug auf einer Bühne vor einem leuchtend blauen Hintergrund.
    Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern (imago / steinsiek.ch / Luka Kolanovic)
    Einige von ihnen täten sich mit Steuerausfällen "wahnsinnig schwer". Das liege auch an vielen Fehlentscheidungen bestimmter Bundesländer. Trotzdem trage der Bund eine Mitschuld. Er überantworte den Ländern Aufgaben, stelle anfangs etwas Geld dafür in Aussicht, am Ende bleibe die Aufgabe finanziell aber bei den Ländern hängen. Als großen Kostenpunkt bezeichnete Söder die Sozialhilfe. Die Ausgaben etwa für Jugendhilfe und Eingliederungshilfe explodierten, so der CSU-Vorsitzende. Hier brauche es eine Eingrenzung im Rahmen der Sozialstaatsreform. Dann sei es für die Länder und Kommunen auch viel leichter, Steuersenkungen mitzubeschließen.
    Als Erfolg wertete Söder, dass 100 Milliarden Euro aus dem sogenannten Sondervermögen für Länder und Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Dieses Geld werde in diesem Jahr eingespeist. Man könne also nicht sagen, dass "keiner was hat". Es sei schon viel Geld da.

    Tankrabatt vor Verlängerung prüfen

    Söder äußerte sich auch zum sogenannten Tankrabatt der Bundesregierung. Er glaube, dass die Einführung die Lage für viele Menschen erleichtert habe. Vor einer Verlängerung müsse man sehen, ob die Lage dann noch die gleiche sei. Die Kraftstoffpreise seien in der Zwischenzeit deutlich runtergegangen, betonte Söder. Die Frage sei, ob man verlängern müsse oder nicht, oder ob es auch andere Möglichkeiten gebe. Söder nannte das Thema Pendlerpauschale, die man bereits erhöht habe. Diese könne man auch so umgestalten, dass sie sofort wirksam werden könne. Dafür sei er offen.
    Der sogenannte Tankrabatt bezeichnet eine Senkung der Mineralölsteuer um 17 Cent pro Liter, um die Folgen der Preisentwicklung durch den Iran-Krieg abzufedern. Dies gilt noch bis Ende Juni.

    Weiterführende Informationen

    Das Interview der Woche hören Sie heute um 11:05 Uhr im Deutschlandfunk oder schon jetzt in der Deutschlandfunk-App.
    Diese Nachricht wurde am 24.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.