Tag der Industrie
BDI-Präsident fordert von der Bundesregierung umfassendes Wachstumspaket

Der Präsident des Industrieverbands BDI, Russwurm, hat von der Bundesregierung ein umfassendes Wachstumspaket gefordert. Eine Trendwende bei der Konjunktur sei bisher nicht zu erkennen, sagte er auf dem Tag der Industrie in Berlin. Der Standort Deutschland falle gegenüber den USA und China immer weiter zurück.

    Siegfried Russwurm gestikuliert auf einer Pressekonferenz.
    Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), macht sich Sorgen um das langfristige wirtschaftliche Wachstum (picture alliance / dpa / Hannes P Albert)
    Die Bundesregierung müsse Unternehmen deshalb rasch entlasten und Bürokratie abbauen. Zudem brauche es deutlich mehr öffentliche Investitionen bei gleichzeitiger Einhaltung der Schuldenbremse. Dies erfordere Mut zu unbequemen Entscheidungen, betonte Russwurm.

    "Wirtschaftswachstum kein Widerspruch zum Klimaschutz"

    Schon vor der offiziellen Eröffnung des Tages der Industrie hatte Russwurm im Deutschlandfunk die Bundesregierung aufgefordert, Wirtschaftswachstum als ein wichtiges Ziel zu betrachten. Dies bedeute keinen Widerspruch zum Klimaschutz. Erforderlich sei eine kluge Kombination.
    Mit Blick auf das für dieses Jahr erwartete Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent sprach Russwurm von einem Silberstreif am Horizont. Es handele sich aber nicht um eine wirkliche Trendwende. Das langfristige Wachstum Deutschlands bereite ihm am meisten Sorgen.
    Das gesamte Interview mit Siegfried Russwurm können Sie hier lesen.

    Grüne versprechen schnelle Lösungen

    Grünen-Chefin Lang sagte der Industrie im ZDF zu, rasch zu handeln. Den Wunsch nach mehr Tempo beim Bürokratieabbau könne man verstehen. Deshalb gehe sie auch davon aus, dass die Bundesregierung hier schnell zu Lösungen komme.
    Am Tag der Industrie in Berlin nehmen zahlreiche Vertreter großer Unternehmen teil. Am Nachmittag sind unter anderem Reden von Bundeskanzler Scholz und Wirtschaftsminister Habeck geplant.
    Diese Nachricht wurde am 24.06.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.