Hessischer Wissenschaftsminister
"Bedrohungen an Hochschulen Teil eines gesellschaftlichen Problems"

Der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels sieht Bedrohungen an Hochschulen als Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung.Der SPD-Politiker sagte im Deutschlandfunk, das Phänomen in polarisierten Zeiten gehe nicht nur von rechtsextremen oder rassistischen Kreisen aus, sondern auch von antisemitischen Kräften.

    Timon Gremmels (SPD), Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, lächelt in die Kamera.
    Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) sieht rechtsextreme Aktivitäten an den Hochschulen als Teil eines gesellschaftlichen Phänomens. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)
    Allerdings verlaufe der Wissenschaftsbetrieb in aller Regel störungsfrei. Auch an der Universität Marburg gebe es keine objektive Gefahrenlage, auch wenn er die anders ausfallende subjektive Einschätzung einer Professorin verstehen könne.
    Gremmels bezog sich auf die Historikerin Christina Brüning, die über zwei mutmaßlich rechtsextrem motivierte Morddrohungen berichtet hatte. Die Professorin erklärte, Marburg sei für sie ein "Angst-Ort" geworden, und fühlt sich nicht ausreichend unterstützt.
    Der Flensburger Wissenschaftler Christoph Haker, Co-Autor einer Studie zu diesem Thema, sieht Universitäten verstärkt als Ziel rechtsextremer Einflussnahme. Haker meinte, Angriffe auf einzelne Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler seien eine übliche Taktik.
    Diese Nachricht wurde am 18.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.