Dienstag, 31. Januar 2023

Begnadigung in Ägypten
Australischer Journalist nach 400 Tagen frei

Der australische Journalist Peter Greste ist nach mehr als einem Jahr in ägyptischer Haft frei gekommen. Nach einem Erlass von Präsident Abdel Fattah al-Sisi konnte der Reporter von Al-Dschasira das Gefängnis verlassen. Das berichtete die ägyptische Nachrichtenagentur Mena.

01.02.2015

    Der australische Journalist Peter Greste (2.v.r.) und seine inhaftierten Kollegen während der Verhandlung.
    Der australische Journalist Peter Greste (2.v.r.) ist nach 400 Tagen frei gekommen, während das Schicksal seiner Kollegen weiter unklar ist. (picture alliance / dpa - Khaled Elfiqi)
    Greste war gemeinsam mit zwei Kollegen Ende 2013 festgenommen worden. Den Journalisten wurde vorgeworfen, die in Ägypten verbotenen Muslimbrüder unterstützt zu haben. Sie sollen in einem Hotelzimmer in Kairo unerlaubt ein Büro des katarischen Nachrichtensenders Al-Dschasira eingerichtet haben.
    Im Juni vergangenen Jahres wurden die drei Journalisten zu Haftstrafen zwischen sieben und zehn Jahren verurteilt, was weltweit auf scharfe Kritik stieß. Noch gestern hatten zahlreiche Kollegen an die Verhaftung vor exakt 400 Tagen erinnert.
    Greste habe bereits ein Flugzeug Richtung Zypern bestiegen, berichtete ein Mitarbeiter des Flughafens. Im Januar hatte ein Kassationsgericht entschieden, den Prozess gegen die Angeklagten neu aufzurollen. Die Zukunft von Grestes Kollegen, dem Ägypter Baher Mohamed und dem kanadisch-ägyptischen Journalisten Mohamed Fahmy, ist noch unklar.
    Al-Dschasira begrüßte die Freilassung von Greste und forderte die ägyptische Regierung auf, auch die beiden anderen Journalisten aus der Haft zu entlassen: "Wir werden nicht ruhen, bis Baher und Mohamed ebenfalls frei kommen. Die ägyptischen Autoritäten haben es in der Hand, es heute angemessen zu beenden, und das müssen sie tun." Die ägyptische Regierung um Präsident Sisi wirft Al-Dschasira vor, die Muslimbruderschaft zu unterstützen. Die Armee, deren Chef Sisi damals war, hatte die regierenden Muslimbrüder 2013 gestürzt.