Samstag, 24. September 2022

Staatsbegräbnis
Sarg der Queen in Königliche Gruft herabgelassen

Großbritannien nimmt heute mit einem Staatsbegräbnis Abschied von Königin Elizabeth II. Mehrere hundert Staatsoberhäupter, Regierungschefs und Monarchen aus aller Welt nahmen an der Trauerfeier in Westminster Abbey teil. Zehntausende Menschen säumten die Straßen Londons. Der Sarg mit den sterblichen Überresten von Königin Elizabeth II. wurde inzwischen in die Königliche Gruft herabgesenkt.

19.09.2022

    Der Sarg mit Königin Elizabeth II. in einem Leichenwagen auf Schloss Windsor
    Der Sarg mit Königin Elizabeth II. erreicht Schloss Windsor. (AP / Nicholas Egan)
    In Großbritannien hat der letzte Teil des Begräbnisses von Queen Elizabeth II. begonnen. Nach der Ankunft des Sargs auf Schloss Windsor fand der Aussegnungsgottesdienst für die Monarchin in der St.-Georges-Kapelle statt. Der Leichenwagen war zuvor von Hunderten Militärangehörigen und Würdenträgern in das Schloss geleitet worden. Im Innenhof hatten sich König Charles III. sowie weitere Mitglieder der Königsfamilie dem Trauerzug angeschlossen. Zu Dudelsack-Klängen wurde der Sarg zur Kirche geleitet und im Anschluss in die Königliche Gruft hinuntergelassen. Am Abend findet die private Beisetzung im Familienkreis statt.
    Am Mittag hatte es in London einen Staatsakt in der Westminster Abbey gegeben, an dem rund 2.000 geladene Gäste teilnahmen, darunter US-Präsident Biden, Frankreichs Präsident Macron und Bundespräsident Steinmeier sowie zahlreiche Könige und Königinnen. Die Predigt beim Trauergottesdienst hielt der Erzbischof von Canterbury, Welby. Er würdigte die Lebensleistung der Queen.
    Die britische Königin Elizabeth II. wird am 19.09.2022 in einem feierlichen Staatsakt beigesetzt.
    Königin Elizabeth II. (Ben Stansall / Pool AFP / dpa)
    Welby erinnerte an das Versprechen der Königin an ihrem 21. Geburtstag, ihr ganzes Leben dem Dienst für die Nation und dem Commonwealth zu widmen. "Selten ist ein solches Versprechen so gut eingehalten worden", erklärte das Oberhaupt der Church of England. Die Trauerfeier umfasste Lesungen und Lieder, die für die Königin von Bedeutung waren, darunter "The Lord's My Shepherd", das bereits bei ihrer Hochzeit mit Prinz Philip 1947 in der Westminster Abbey gesungen wurde. Außerdem sprach auch Premierministerin Truss.
    Der Sarg der Königin Elisabeth der Zweiten wird in die Westminster Abbey getragen.
    Der Sarg wird in die Westminster Abbey getragen. (AP / Emilio Morenatti)
    Der Gottesdienst wurde weltweit im Fernsehen übertragen. Im Anschluss gab es eine Prozession durch die Londoner Innenstadt, bei der 142 Marinesoldaten den geschmückten Sarg der Queen zum Triumphbogen Wellington Arch zogen. Von dort wird er nach Windsor gefahren.

    Große Anteilnahme

    In der ganzen Stadt ist die Anteilnahme gewaltig. Entlang der Strecke, auf der der Sarg der Königin von der Westminster Abbey zum Wellington Arch geleitet wurden säumten tausende Menschen die Straßen. Die abgesperrten Bereiche waren bereits Stunden vor dem Trauerzug überfüllt.
    Menschen warten in London auf der Prachtstraße The Mall vor Beginn des Staatsbegräbnis zur Beisetzung von Königin Elizabeth II.
    Entlang des Prozessionswegs warten tausende Menschen. (Markus Schreiber/AP/dpa)
    Der britische König Charles III. zeigte sich tief bewegt von der großen Anteilnahme am Tod seiner Mutter Elizabeth II. Vor dem endgültigen Abschied von der Queen wolle er sich bedanken bei den "unzähligen Menschen", die eine Stütze und Trost in der Zeit der Trauer waren, erklärte der König. Seine Familie sei gerührt davon, dass so viele den lebenslangen Dienst von Elizabeth II. würdigten.
    Großbritannien, London: Der Sarg von Königin Elizabeth II. mit der Imperial State Crown wird zur Trauerfeier vor der Beisetzung von Königin Elizabeth II. in die Westminster Abbey getragen.
    Das Staatsbegräbnis der britischen Königin ElizabethII. ist das erste seit dem Tod des einstigen Premierministers Winston Churchill. (Frank Augstein/Pool AP/dpa)
    Das Staatsbegräbnis für die Queen ist das erste in Großbritannien seit dem Tod des einstigen Premierministers Winston Churchill im Jahr 1965. Die Trauerfeierlichkeiten für die Königin finden unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt - für die Londoner Polizei ist es der größte Einsatz ihrer Geschichte.

    Auswirkungen für das ganze Land

    An keinem anderen Tag dürfte das im Alltagsleben im Vereinigten Königreich so spürbar eingeschränkt sein wie an diesem Montag. Der 19. September dieses Jahres ist zum offiziellen Feiertag erklärt worden, die Schulen sind geschlossen und die meisten Briten haben frei. Das Einkaufen ist nur bedingt möglich. Geschäfte haben weitgehend geschlossen, sogar viele Supermärkte, was in Großbritannien sehr unüblich ist, da diese normalerweise auch sonntags und an Feiertagen geöffnet sind. Die Londoner Börse bleibt geschlossen. Zudem ist das Kulturangebot stark eingeschränkt: viele Kinos, Theater oder Museen öffnen heute nicht. Sogar der größte Londoner Flughafen Heathrow passt seinen Flugplan dem Staatsbegräbnis an. Zeitweise soll es zu Änderungen und Verzögerungen kommen. Damit soll dafür gesorgt werden, dass der Trauerzug mit dem Sarg der Queen nicht durch Fluglärm gestört wird. Immerhin bleiben die meisten Pubs geöffnet, einige öffnen sogar früher als sonst und übertragen den Trauergottesdienst und die Prozession.
    Großbritannien, London: Vor dem Staatsbegräbnis von Königin Elizabeth II. versammeln sich die Menschen auf der Horse Guards Avenue. Zum Staatsbegräbnis für Elizabeth II. werden Hunderttausende Menschen auf den Straßen Londons erwartet.
    Zum Staatsbegräbnis für Elizabeth II. werden Hunderttausende Menschen auf den Straßen Londons erwartet. (David Davies / PA Wire / dpa)
    Die Kosten für das Staatsbegräbnis sind nicht öffentlich bekannt. Der "Evening Standard" schätzt, dass die Beisetzung der Queen, die zusätzlichen Feiertage und die Krönung von König Charles III. im kommenden Jahr den britischen Steuerzahler insgesamt mehrere Milliarden Pfund kosten werden. "The Economic Times" schätzt die Gesamtkosten auf rund sechs Milliarden Pfund.