Landtagswahl im Herbst
Bei AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt: Altbundespräsident Gauck wirbt für Bündnis gegen AfD, einschließlich Linkspartei

Altbundespräsident Gauck fordert eine Koalition aller Gegner der AfD, sollte die Partei im Herbst bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft werden, einschließlich der Linkspartei.

    Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck
    Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck (picture alliance / Geisler-Fotopress / Matthias Wehnert )
    Die CDU werde diese Kröte im Ernstfall schlucken müssen, sagte Gauck der "Süddeutschen Zeitung". Sie brauche ja keine Liebeserklärung abgeben. Gauck forderte CDU und die Linke auf, in solch einem Szenario sich zu bewegen.
    Die AfD in Sachsen-Anhalt liegt in Umfragen derzeit deutlich vor der CDU. Falls Grüne, FDP und BSW aufgrund der Fünfprozenthürde den Einzug ins Parlament verpassen, reichen für eine AfD-Alleinregierung möglicherweise weniger als 50 Prozent der Stimmen. Nach Ansicht von Gauck droht die größte Gefahr in Europa nicht vom linken, sondern vom rechten, verfassungsfeindlichen Spektrum. Die CDU lehnt eine Koalition oder eine Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der AfD kategorisch ab.
    Gauck räumte ein, dass es gute Gründe gebe, die Politik der Linkspartei abzulehnen. Aber diese Partei sei durch den Zustrom jüngerer Leute wieder zu einem relevanten Faktor geworden, meinte Gauck. Ihre Mitglieder hätten eine durchaus heterogene Auffassung von dem, was links sei.
    Diese Nachricht wurde am 30.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.