Menschenrechte
Bekämpfung der Genitalverstümmelung von Mädchen: Kolumbien beschließt Gesetz

Kolumbien hat ein Gesetz zur Bekämpfung der Genitalverstümmelung von Mädchen beschlossen.

    Nahaufnahme einer Hand, die ein selbstgemachtes Instrument aus einem platt gebogenen Metallnagel hängt.
    Kolumbien hat ein Gesetz zur Bekämpfung der Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen beschlossen. (AFP / Yasuyoshi Chiba)
    Der Senat nahm die Initiative einstimmig an. Das von Menschenrechtsorganisationen und indigenen Gemeinschaften eingebrachte Gesetz soll vor allem präventive Maßnahmen fördern. Zudem sollen Institutionen zur besseren Begleitung von Opfern geschaffen werden. Konkrete Strafmaßnahmen wurden nicht eingeführt, um zu vermeiden, dass die Praxis im Geheimen weitergeführt wird.
    Die Aktivistin Claudia Queragama bedankte sich bei den Abgeordneten. Man leide unter einer sehr komplexen Situation. Die Frauen müssten verstehen, dass man seinen Mädchen keinen Schaden zufügen solle. Queragama ist selbst Opfer einer Genitalverstümmelung und erarbeitete das Gesetz federführend. Die uralte Praxis gilt als traditionell. Sie ist in Kolumbien vor allem unter indigenen Gemeinschaften verbreitet. Nach UNO-Angaben werden weltweit etwa 4,5 Millionen Mädchen jährlich Opfer von Genitalverstümmelung, vor allem in Ländern Afrikas. Die brutale Prozedur reicht von der teilweisen Entfernung der Klitoris bis zum Zunähen der Vaginalöffnung.
    Diese Nachricht wurde am 11.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.