Sonntag, 27. November 2022

Belagerte syrische Stadt
Hilfskonvoi in Madaja eingetroffen

Die ersten Lastwagen mit Nahrung und Medizin sind in der belagerten syrischen Stadt Madaja eingetroffen. Ein Teil des Konvois mit insgesamt 330 Tonnen Nahrung und Medikamenten erreichte nach Angaben von Hilfsorganisationen das Stadtzentrum der westsyrischen Stadt.

11.01.2016

    Menschen warten in der belagerten syrischen Stadt Madaja auf die Hilfskonvois mit Nahrungsmitteln und Medikamenten.
    Menschen warten in der belagerten syrischen Stadt Madaja auf die Hilfskonvois mit Nahrungsmitteln und Medikamenten. (AFP - Marwan Ibrahim)
    Der Konvoi musste zahlreiche Kontrollpunkte der Regimetruppen passieren, weshalb die Lieferung zunächst schleppend vorankam. Zwei Lastwagen mit Lebensmitteln und zwei Lastwagen mit Decken seien in Madaja eingetroffen, sagte ein Vertreter des Syrischen Roten Halbmonds der Nachrichtenagentur AFP. Auch Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz bestätigten die Ankunft der LKW in Madaja. Zur gleichen Zeit erreichten je drei Lastwagen mit Hilfslieferungen die Städte Fua und Kafraja, wie Militärvertreter vor Ort sagten.
    Die humanitäre Hilfe war vergangene Woche vereinbart worden, nachdem es Berichte gegeben hatte, in Madaja, Fua und Kafarja seien Menschen an Unterernährung gestorben. Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" erklärte, seit Anfang Dezember seien in dem von ihr unterstützen Krankenhaus in Madaja 23 Menschen verhungert, unter ihnen sechs Säuglinge. Anderen Helferangaben zufolge sind bereits 28 Menschen verhungert.
    40.000 hungern allein in Madaja
    Besonders Madaja, das an der Grenze zum Libanon liegt, erregte das Interesse der Weltöffentlichkeit, nachdem in sozialen Netzwerken Fotos von halb verhungerten Menschen kursiert waren. Regierungsanhänger wiesen diese Bilder als Fälschung zurück, andere behaupteten, die Bilder stammten aus Orten, die die Rebellen umstellt hätten. In Madaja sollen nach Einschätzung von Hilfsorganisationen 40.000 Menschen hungern.
    Truppen des Machthabers Baschar al-Assad schlossen Madaja vor sechs Monaten ein. Vor drei Monaten hatten Helfer des Roten Kreuzes den Ort zum vorerst letzten Mal erreicht. Aktivisten berichteten, die Menschen ernährten sich von Blättern, Hunden und Katzen.
    In Syrien sind nach Angaben von UNO und Hilfsorganisationen Orte mit mehreren hunderttausend Menschen belagert. Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad hatte die meisten Bitten der Vereinten Nationen abgewiesen, die Hilfsgüter zu den Eingeschlossenen bringen wollten.
    (vic/tzi)