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BerlinEinheitsdenkmal verzögert sich weiter

Modellbild des geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin (dpa / BBR)
Modell-Bild des geplanten Freiheits- und Einheits-Denkmals in Berlin. (dpa / BBR)

Deutschland hat mit seinen Denkmälern zur Wiedervereinigung kein Glück. In Leipzig wurde ein Projekt im vergangenen Jahr fallen gelassen, in Berlin verzögert sich der Bau immer weiter. Das geplante Einheitsdenkmal soll jetzt frühestens 2017 fertig werden – im 27. Jahr nach der Wiedervereinigung.

Es ist eine Mitteilung, die an die Debakel um den Berliner Großstadtflughafen BER erinnert oder um den Bau der Hamburger Elbphilharmonie: Heute hat die Berliner Senatsbaudirektorin angekündigt, dass noch immer das Genehmigungsverfahren für das geplante Einheitsdenkmal läuft. Danach sei mit einer Bauzeit von zwei Jahren zu rechnen.

Fertigstellung war für das Jahr 2013 geplant

Die Linke hatte eine entsprechende Anfrage bei der Behörde gestellt. Das Denkmal zur Erinnerung an die deutsch-deutsche Wiedervereinigung sollte eigentlich 2013 fertig werden. Mehrfach wurde der Termin jedoch verschoben - zuletzt auf 2016. Erst war ein Wettbewerb gescheitert, dann trennten sich die beauftragten Künstler. Schließlich verzögerte die Entdeckung wilhelminischer Mosaike und ein Völkchen seltener Wasserfledermäuse den Bau weiter.

Das Konzept für das Freiheits- und Einheitsdenkmal mit dem Titel "Bürger in Bewegung" soll auf dem Platz vor dem Berliner Schloss entstehen. Es besteht aus einer gewölbten Schale, die sich aus dem historischen Sockel des früheren Kaiser-Wilhelm-Standbildes herauszulösen scheint. Besucher, die die Schale betreten, können sie wie eine Wippe in Bewegung setzen.

Kernsätze der Friedlichen Revolution im Zentrum

Damit soll die friedliche Bürgerbewegung symbolisiert werden, die zur Wiedervereinigung geführt hat. Auf der Oberseite des Denkmals stehen Zitate von Bürgerrechtlern und Demonstranten – mit dabei die Schlüsselsätze der Friedlichen Revolution "Wir sind das Volk. Wir sind ein Volk." Die Außenseite der Schale zeigt Bilder von Demonstranten.

Der Bundestag hatte das Denkmal am 9. November 2007 beschlossen. Es soll für unterschiedliche Nutzungen zur Verfügung stehen – sowohl für Freizeitaktivitäten als auch für offizielle Veranstaltungen. Für den Bau stehen der Arbeitsgemeinschaft Milla und Partner mit Sasha Waltz bis zu 10 Millionen Euro zur Verfügung.

(tj/tgs)

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