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StartseiteCorsoZentrum für migrantische Kunst in Gefahr16.07.2019

Berliner "Werkstatt der Kulturen"Zentrum für migrantische Kunst in Gefahr

Die Kulturszene aus dem In- und Ausland trommelt für die "Werkstatt der Kulturen". Der Grund: Der Berliner Senat hat den Ort, an dem viele migratische Communitys ihr Zuhause haben, neu ausgeschrieben. „Die Geschichte des Hauses wird nicht gewürdigt“, kritisierte Noa Ha vom Migrationsrat im Dlf.

Noa Ha im Corsogespräch mit Susanne Luerweg

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(190621) -- ESSAOUIRA, June 21, 2019 -- Artists perform during a parade before the opening of the 22nd Gnaoua and World Music Festival, in Essaouira, Morocco, June 20, 2019. The annual musical festival kicked off here on Thursday. MOROCCO-ESSAOUIRA-MUSIC FESTIVAL Aissa PUBLICATIONxNOTxINxCHN (www.imago-images.de)
Das "Gnaoua- und Weltmusik-Festival" in Marokko: Auch die Werkstatt der Kulturen in Berlin will das traditionelle Genre präsentieren (www.imago-images.de)
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"Shtetl Neukölln", "Gnaoua-Festival", "Arab-Song-Jam" - das sind nur einige Veranstaltungen, die regelmäßig in der Berliner Werkstatt der Kulturen stattfinden. Theater, Film, Musik, Literatur, politische Diskussionen, "Black History Month" - die Liste an interessanten Angeboten, die sich mit den so wichtigen Themen wie Postkolonialimsus und Dekolonisierung befassen, ließe sich fortsetzen. Treibende Kraft und Geschäftsführerin der Werkstatt der Kulturen ist Philippa Ebéné - Feministin und einzige schwarze Intellektuelle in dieser Position.

Protestbrief und Unterschriftenliste

Ebéné ist für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet worden, ihr Haus über Berlin bekannt und geschätzt. Und dennoch hat der Berliner Senat, die rot-rot-grüne Regierung, den Vertrag gekündigt und den Ort neu ausgeschrieben. In einem offenen Brief an Kultursenator Klaus Lederer von den Linken hat der Migrationsrat Berlin seine Bedenken formuliert - mehr als 100 Intellektuelle, Künstler und Künstlerinnen haben den Brief unterzeichnet.

Wir haben noch länger mit Noa Ha gesprochen - hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs

Der Migrationsrat fordert eine Aussetzung des Verfahrens, wie Mitglied Noa Ha im Dlf sagte. Man wolle in den Prozess eingebunden werden und wundere sich ohnehin, warum die bisherige Arbeit der Werkstatt der Kulturen in Frage gestellt werde. Was die Leiterin Philippa Ebéné dort umgesetzt habe, werde nicht gewürdigt. Das sei umso erstaunlicher, da die jetzige Regierung sich damit hervortue, Berlin als Stadt der Migration zu feiern und als eine Stadt zu sehen, die sich mit kolonialer Geschichte auseinandersetze.

Einzigartige Kulturpolitik

Die Werkstatt der Kulturen habe nicht nur eine herkunfts- und spartenübergreifende Kulturpolitik gemacht, sondern auch Räume zur Verfügung gestellt, in denen sich unter anderem der Migrationsrat gegründet habe. Ebéné sei eine sehr versierte und gut vernetzte Geschäftsführerin, die eine Kulturpolitik in die Stadt bringe, die andere Städte nicht haben, sagte Noa Ha.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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