"Ich bin so glücklich, weil ich eine Bronze-Medaille gewonnen habe."
"Nein, ich habe keine Medaille gewonnen. Ob die Aufgaben schwer waren? Ja, ziemlich."
Auch wenn nicht jeder eine Medaille gewinnt: Es ist schon eine Auszeichnung, bei den ersten sechs seines Landes zu sein. Betont Jürgen Prestin, Matheprofessor aus Lübeck und Chefkoordinator der Olympiade. Von insgesamt 102 Ländern belegt Deutschland immerhin Platz neun. Ganz vorne: Chinesen, Japaner, Russen, Koreaner.
Lisa Sauermann aus Dresden, einziges Mädchen im deutschen Team, hat eine Goldmedaille gewonnen. Sie gilt als Ausnahmebegabung. Dass es auf ein Mathematikstudium hinausläuft, ist der 16-Jährigen schon heute klar. Schon als Grundschülerin nahm sie an Wettbewerben teil, wurde von Eltern und Lehrern unterstützt:
"Begabung und Training. Man muss Spaß an der Sache haben, sonst hat man keine Lust, zu trainieren. Aber wenn man das Talent hat und das Glück, dann kann man es schaffen."
Was auffällt: bei der Mathe-Olympiade sind Mädchen unterrepräsentiert: Seit 1991 haben nur fünf deutsche Mädchen bei der Internationalen Matheolympiade mitgemacht, dafür aber 57 Jungen.
Und während die US-amerikanischen Teams sogar 20 Jahre lang ohne weibliche Beteiligung waren, waren immerhin 20 Prozent der russischen Teilnehmer Schülerinnen. Der Bremer Mathematikprofessor Dierk Schleicher glaubt, dass Mädchen sich einfach mehr zutrauen müssen:
"Es gibt starke Jungs und starke Mädels und ich möchte Jungs wie Mädchen motivieren, denn ich glaube, dass es in Deutschland noch viele gibt, die ihre Talente gar nicht kennen. Aber zahlenmäßig ist es tatsächlich so, dass mehr Jungen als Mädchen dabei sind und erfolgreich sind. Also Mädels, strengt euch noch ein bisschen mehr an, da kann man noch mehr Erfolge haben!"
Sein Appell an die Schulen: Jungen und Mädchen müssen im Unterricht besser gefördert werden. Nur so entwickeln sie schon frühzeitig Interesse für Mathematik. Wer sich unter der Teilnehmern umhört und sie nach ihren Berufsplänen fragt, bekommt fast immer die Antwort: Mathematikstudium? Auf jeden Fall, sagt Ofir Gorodetsky aus Israel:
"Ja natürlich, Mathe ist die natürliche Wahl, ich bin sicher, dass man sich durch die Teilnahme an der Olympiade weiterentwickelt. Die Schüler lernen, was sie niemals in der Schule gelernt hätten. Und es macht Spaß. Es ist deshalb eine gute Vorbereitung auf das Studium. Ich rate allen, zu versuchen hier mitzumachen."
Und Hessah Abdullatif Albanwan aus Kuwait:
"Wir wollen Ingenieurswissenschaften studieren, das Fach ist mit Mathematik verwandt. Deshalb mögen wir auch Mathe."
Um die Zukunft der Teilnehmer der Mathe-Olymiade macht sich der Mathematikprofessor Jürgen Prestin zwar keine Sorgen, dennoch: Ihm ist klar, dass sein Fach vor massiven Nachwuchsproblemen steht:
"Das ist in Deutschland ein großes Problem. Immer wieder diskutieren wir darüber, wie wir viele engagierte Menschen in die MINT-Fächer bekommen: Mathe, Informatik und Technik. Wie wir die Pyramide in der Breite ins Studium bringen, das ist ein großes Herausforderung, der wir Hochschullehrer uns stellen. Wir motivieren Schüler, diese Fächer zu belegen."
Offensichtlich reichen diese Bemühungen nicht aus. So wie heute noch einmal deutlich wurde, droht der deutschen Wirtschaft ein gravierender Fachkräftemangel. Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker fehlen. Auch an den Schulen sieht es nicht besser aus: Es wird zu wenig Lehrer für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften geben. Ein Rezept dafür, wie sich diese Entwicklung aufhalten lässt, hat auch Jürgen Prestin nicht. Für ihn und seine Kollegen ist aber jede Mathematikolympiade eine Chance, ein bisschen Werbung für das Fach zu machen.
"Nein, ich habe keine Medaille gewonnen. Ob die Aufgaben schwer waren? Ja, ziemlich."
Auch wenn nicht jeder eine Medaille gewinnt: Es ist schon eine Auszeichnung, bei den ersten sechs seines Landes zu sein. Betont Jürgen Prestin, Matheprofessor aus Lübeck und Chefkoordinator der Olympiade. Von insgesamt 102 Ländern belegt Deutschland immerhin Platz neun. Ganz vorne: Chinesen, Japaner, Russen, Koreaner.
Lisa Sauermann aus Dresden, einziges Mädchen im deutschen Team, hat eine Goldmedaille gewonnen. Sie gilt als Ausnahmebegabung. Dass es auf ein Mathematikstudium hinausläuft, ist der 16-Jährigen schon heute klar. Schon als Grundschülerin nahm sie an Wettbewerben teil, wurde von Eltern und Lehrern unterstützt:
"Begabung und Training. Man muss Spaß an der Sache haben, sonst hat man keine Lust, zu trainieren. Aber wenn man das Talent hat und das Glück, dann kann man es schaffen."
Was auffällt: bei der Mathe-Olympiade sind Mädchen unterrepräsentiert: Seit 1991 haben nur fünf deutsche Mädchen bei der Internationalen Matheolympiade mitgemacht, dafür aber 57 Jungen.
Und während die US-amerikanischen Teams sogar 20 Jahre lang ohne weibliche Beteiligung waren, waren immerhin 20 Prozent der russischen Teilnehmer Schülerinnen. Der Bremer Mathematikprofessor Dierk Schleicher glaubt, dass Mädchen sich einfach mehr zutrauen müssen:
"Es gibt starke Jungs und starke Mädels und ich möchte Jungs wie Mädchen motivieren, denn ich glaube, dass es in Deutschland noch viele gibt, die ihre Talente gar nicht kennen. Aber zahlenmäßig ist es tatsächlich so, dass mehr Jungen als Mädchen dabei sind und erfolgreich sind. Also Mädels, strengt euch noch ein bisschen mehr an, da kann man noch mehr Erfolge haben!"
Sein Appell an die Schulen: Jungen und Mädchen müssen im Unterricht besser gefördert werden. Nur so entwickeln sie schon frühzeitig Interesse für Mathematik. Wer sich unter der Teilnehmern umhört und sie nach ihren Berufsplänen fragt, bekommt fast immer die Antwort: Mathematikstudium? Auf jeden Fall, sagt Ofir Gorodetsky aus Israel:
"Ja natürlich, Mathe ist die natürliche Wahl, ich bin sicher, dass man sich durch die Teilnahme an der Olympiade weiterentwickelt. Die Schüler lernen, was sie niemals in der Schule gelernt hätten. Und es macht Spaß. Es ist deshalb eine gute Vorbereitung auf das Studium. Ich rate allen, zu versuchen hier mitzumachen."
Und Hessah Abdullatif Albanwan aus Kuwait:
"Wir wollen Ingenieurswissenschaften studieren, das Fach ist mit Mathematik verwandt. Deshalb mögen wir auch Mathe."
Um die Zukunft der Teilnehmer der Mathe-Olymiade macht sich der Mathematikprofessor Jürgen Prestin zwar keine Sorgen, dennoch: Ihm ist klar, dass sein Fach vor massiven Nachwuchsproblemen steht:
"Das ist in Deutschland ein großes Problem. Immer wieder diskutieren wir darüber, wie wir viele engagierte Menschen in die MINT-Fächer bekommen: Mathe, Informatik und Technik. Wie wir die Pyramide in der Breite ins Studium bringen, das ist ein großes Herausforderung, der wir Hochschullehrer uns stellen. Wir motivieren Schüler, diese Fächer zu belegen."
Offensichtlich reichen diese Bemühungen nicht aus. So wie heute noch einmal deutlich wurde, droht der deutschen Wirtschaft ein gravierender Fachkräftemangel. Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker fehlen. Auch an den Schulen sieht es nicht besser aus: Es wird zu wenig Lehrer für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften geben. Ein Rezept dafür, wie sich diese Entwicklung aufhalten lässt, hat auch Jürgen Prestin nicht. Für ihn und seine Kollegen ist aber jede Mathematikolympiade eine Chance, ein bisschen Werbung für das Fach zu machen.