Medien in den USA
Beschäftigte von "Voice of America" erheben Zensurvorwürfe gegen Trump-Administration - Klage eingereicht

Die Auseinandersetzung um den US-Auslandssender Voice of America und die dem Sender übergeordnete Aufsichtsbehörde geht in eine neue Runde.

    Ein Bildcollage zeigt im Vordergrund das Logo des US-Auslandssenders Voice of America. Dahinter der Kopf von Donald Trump.
    Ein Bildcollage zeigt im Vordergrund das Logo des US-Auslandssenders Voice of America. Dahinter der Kopf von Donald Trump. (IMAGO / ZUMA Press Wire / IMAGO / Algi Febri Sugita)
    Mehrere Senderbeschäftigte und die Medienverbände PEN America und "Reporter ohne Grenzen" erheben Zensurvorwürfe und haben in Washington Klage eingereicht. Vertreter der Regierung von Präsident Trump würden Druck auf den Sender ausüben, ihre parteiischen Ansichten als "Nachrichten" zu verbreiten und bestimmte Informationen zu unterdrücken. Laut Gesetz ist Voice of America zur journalistischen Objektivität verpflichtet.
    Nachrichten aus dem Iran seien zensiert, Informationen über die dortige Opposition aus dem persischen Dienst des Senders verbannt worden, heißt es in der Klage. Die Regierung habe zudem die China-Berichterstattung "gekidnappt" und im Mandarin-Dienst Mitteilungen des Weißen Hauses Wort für Wort übernommen und als Nachrichten verbreitet.

    Attacken von Donald Trump auf "Voice of America"

    Der Streit um den Sender läuft seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2025. Sparmaßnahmen des damaligen Sonderberaters Elon Musk sahen die Schließung von Voice of America vor. Trump attackierte den Sender als "Stimme des radikalen Amerikas". Im Juni 2025 gab die von ihm eingesetzte Sonderberaterin der Agency for Global Media, Kari Lake, eine drastische Reduzierung des Sendebetriebs bekannt. Ein großer Teil der Beschäftigten wurde freigestellt.
    Ein Bundesrichter urteilte am 17. März, dass der Sender rund 1.000 zwangsweise freigestellte Mitarbeiter wieder einstellen müsse. Wie das Fachmagazin "Columbia Journalism Review" berichtete, legte die Regierung Berufung ein. Es sei daher unklar, was das Urteil für die Beschäftigten bedeute.

    Voice of America 1942 als Stimme der "freien Welt" gegründet

    Die USA hatten Voice of America 1942 nach ihrem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg gegründet. Im Kalten Krieg wurde der Sender ein wichtiges Informationsmedium im Sinne des Eintretens der Vereinigten Staaten für eine "freie Welt". Vor Trumps Restriktionen im vergangenen Jahr hatte Voice of America in 49 Sprachen berichtet.
    Diese Nachricht wurde am 24.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.