Religionen
Beschneidung im Judentum: Belgiens Justiz erzürnt Israel und USA mit Anklageerhebungen

Belgien sieht sich wegen strafrechtlicher Verfolgung von Männern, die die im Judentum vorgeschriebene rituelle Beschneidung bei Jungen durchführen, massiver Kritik aus Israel und den USA ausgesetzt.

    Chirurgische Instrumente werden zurechtgelegt, vor einer jüdischen Beschneidungszeremonie für einen acht Tage alten Jungen, in Budapest, Ungarn, am 13 November 2011.
    Die Beschneidung von Jungen ist ein zentrales jüdisches Ritual. (Bea Kallo / dpa)
    Israels Außenminister Saar sagte, mit der Anklageerhebung reihe sich Belgien in eine kurze und schändliche Liste von Ländern ein, die Menschen mittels Strafrecht für die Ausübung des Judentums verfolgten. Der US-Botschafter in Belgien, White, erklärte, die Regierung von Präsident Trump verurteile das Vorgehen und werde es nicht tolerieren. Man betrachte Belgien so lange als antisemitisch, bis die Sache geklärt sei. Einer der Beschuldigten ist White zufolge Amerikaner. - Die Staatsanwaltschaft Antwerpen spricht von illegaler Ausübung ärztlicher Tätigkeiten und vorsätzlicher Körperverletzung. Über die Zulassung der Anklage entscheidet ein Gericht.
    Bei dem jahrtausendealten Ritual wird Jungen meist acht Tage nach der Geburt die Vorhaut entfernt. In Belgien dürfen das nur Personen mit anerkannter medizinischer Ausbildung. Im konkreten Fall soll ein sogenannter Mohel, ein jüdischer Beschneidungsfachmann, den Eingriff ohne diese Ausbildung durchgeführt haben.
    Diese Nachricht wurde am 07.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.