Sachsen-Anhalt
Besorgte Reaktionen aus der Bundespolitik: AfD will im Fall einer Regierungsübernahme hunderte Behörden-Stellen neu besetzen

Die Bundespolitik hat besorgt auf Äußerungen der AfD Sachsen-Anhalt zu umfangreichen Stellen-Neubesetzungen für den Fall einer Regierungsübernahme nach der Landtagswahl im Herbst reagiert.

    Ulrich Siegmund steht auf einem Podium und hält eine Rede.
    Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September (picture alliance / ABBfoto)
    Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Wiese, warnte, die - Zitat - Rechtsaußen-AfD um Spitzenkandidat Siegmund wolle Behörden willkürlich im Lichte ihrer Vetternwirtschaft umbauen. Es handele sich um einen unverhohlenen Zugriff auf den Staatsapparat. Auch der Bundesvorsitzende des CDU‑ Arbeitnehmerflügels, Radtke, sagte dem Handelsblatt, es drohe ein offener Kampf gegen den Rechtsstaat. Verdi-Chef Werneke forderte ein Verbot der AfD. Beamte sollten durch rechtsradikale Gefolgsleute ersetzt werden, sagte er den Funke-Medien. Das zeige, dass die AfD eine echte Gefahr für den Fortbestand der Demokratie sei.
    Siegmund hatte der Mitteldeutschen Zeitung in Halle erklärt, im Fall einer Regierungsübernahme könnten 150 bis 200 Stellen sowohl in der Landesverwaltung als auch in landeseigenen Gesellschaften neu besetzt werden. Das wären deutlich mehr, als es sonst bei Regierungsübernahmen üblich ist. Die AfD Sachsen-Anhalt kommt aktuell in Wahlumfragen auf 41 Prozent.
    Diese Nachricht wurde am 16.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.