Fußball
Betrugsvorwurf gegen italienischen Schiedsrichter-Chef

Gegen den Schiedsrichter-Koordinator der obersten italienischen Fußballligen, Gianluca Rocchi, wird wegen des Verdachts der Beteiligung an Sportbetrug ermittelt. Laut Medienberichten soll der 52-Jährige Druck auf Schiedsrichter ausgeübt und Einfluss auf VAR-Entscheidungen genommen haben.

    Ein Mann im gelben Schiedsrichter-Trikot und Trillerpfeife im Mund hat den rechten Arm erhoben und den linken Arm ausgestreckt.
    Der italienische Schiedsrichter-Koordinator Gianluca Rocchi beim Europa League Finale 2019 (Arne Dedert / dpa / Arne Dedert)
    Mehrere Spiele der Serie A der vergangenen Saison sollen überprüft werden. Rocchi kündigte in einer Mitteilung an, sein Amt niederzulegen. Er bestritt jede Beteiligung an illegalen Handlungen. Der italienische Schiedsrichterverband AIA teilte mit, dass sich auch der VAR-Verantwortliche Andrea Gervasoni selbst vorübergehend von seinem Amt suspendiert hat.

    Video soll Verdacht bestätigen

    Konkret geht es den Berichten zufolge um die Begegnung Udinese gegen Parma, die Udinese dank eines Elfmeters gewann, sowie das Spiel Inter Mailand gegen Hellas Verona, das die Mailänder mit 2:1 für sich entschieden. Rocchi soll Einfluss auf seine VAR-Kollegen genommen haben. 
    Die Nachrichtenagentur Agi veröffentlichte ein Video aus den Ermittlungen, in dem Video-Schiedsrichter Daniele Paterna zu sehen ist, wie er sich nach einer möglichen Handspiel-Szene zunächst gegen einen Elfmeter entscheidet. Nachdem er sich jedoch zu einer Person umdreht, empfiehlt er dem Referee im Stadion eine Überprüfung der Bilder - der Schiedsrichter entscheidet anschließend auf Elfmeter.
    Die Sportzeitung"Gazzetta dello Sport"berichtete, es bestehe auch der Verdacht, Rocchi habe bei Ansetzungen Schiedsrichter ausgewählt, die dem Verein Inter Mailand zugeneigt gewesen seien.
    Diese Nachricht wurde am 26.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.