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StartseiteCampus & KarriereBielfelder Studenten in St. Petersburg verhaftet12.07.2006

Bielfelder Studenten in St. Petersburg verhaftet

Hochschule und Kommilitonen bemühen sich um Freilassung

In St. Petersburg sind die zwei Bielefelder Studenten Henning Wallerius und Eike Korfhage verhaftet worden. Die russische Miliz griff sie in der Nacht von Sonntag auf Montag auf, die Anklage lautet "Urinieren in der Öffentlichkeit", was die beiden Fotografiestudenten bestreiten. Zusammen mit einer Gruppe von G8-Kritikern waren sie mit dem Fahrrad nach Russland gefahren, um für ihr Studium eine Fotoreportage zu erstellen.

Von Michael Böddeker

Gar nicht mehr idyllisch gestaltet sich derzeit die Reise nach St. Petersburg für zwei Bielefelder Studenten. (AP Archiv)
Gar nicht mehr idyllisch gestaltet sich derzeit die Reise nach St. Petersburg für zwei Bielefelder Studenten. (AP Archiv)
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Hertz 87,9 - Campusradio für Bielefeld

Regelmäßig haben die beiden auch für das Bielefelder Campusradio Hertz 87,9 berichtet. Bis gestern gab es sogar Telefonkontakt, sagt Kathrin Sielker, die Chefredakteurin des Radiosenders.:

"Gestern Nachmittag um viertel nach zwei ist der Kontakt leider abgebrochen. Wir versuchen zwar immer noch die beiden zu erreichen, aber die mussten natürlich gestern die Haft antreten und deshalb mussten sie auch ihre Telefone abgeben,"

Seit die Redaktion am Montag von der Verhaftung erfahren hat, ist eine Menge passiert. Es wurde Kontakt zum deutschen Konsulat in St. Petersburg aufgenommen. Außerdem wurden die lokalen Bundestagsabgeordneten informiert. Diese setzen sich inzwischen auch für die beiden ein. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Reporter ohne Grenzen wurden benachrichtigt, ebenso die lokale und überregionale Presse.

Ein wichtiger Ansprechpartner ist natürlich auch die Fachhochschule der beiden Studenten. Der Dekan des Fachbereichs Gestaltung, Professor Martin Deppner zeigt sich besorgt über die Vorgänge in Russland.

" Ja, ich bin natürlich wie viele Angehörige des Fachbereichs entsetzt. Das ist natürlich eine Situation, die in Bezug auf die Studierenden nicht hinnehmbar ist. "

Auch von Seite der Fachhochschule wird nun versucht, Druck auf die Behörden in Russland auszuüben:

" Wir haben jetzt eine Stellungnahme verfasst, die an die deutsche Botschaft geht und an die örtlichen Politiker, weil das unserer Meinung nach die einzige Möglichkeit ist, Druck auszuüben. "

Inzwischen haben verschiedene Medien über die Vorgänge berichtet. Auch Freunde und Kommilitonen haben natürlich mitbekommen, dass Eike und Henning im St. Petersburger Gefängnis sitzen.

Moritz Götte: " Tja, was habe ich gedacht? Ja, scheiße! Nicht schön für die beiden, erstmal erschreckend, einfach! "

Karin Jops: " Das war natürlich ein Schock im ersten Moment. Gleichzeitig war es aber auch letztlich absehbar, dass so was passieren kann und dass man mit so was rechnen muss. "

Mario Sarcletti: " Also, das hätte ich so nicht gedacht. "

Die Redaktion des Campusradios versucht weiterhin, Kontakt zu den beiden Studenten zu halten. Kathrin Sielker:

" Was wir jetzt noch machen, ist auf jeden Fall weiter den Kontakt halten zum Konsulat in St. Petersburg, um auch Präsenz zu zeigen, und die Redaktion versucht natürlich, soviel Öffentlichkeit wie möglich zu schaffen, um den beiden zu helfen. "

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