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Bilanz 2016
Deutsche spenden etwas weniger

Nach dem Spendenrekordjahr 2015 haben die Deutschen im letzten Jahr etwas weniger Geld für wohltätige Zwecke ausgegeben. Wohl auch, weil es 2016 keine großen medienwirksamen Katastrophen gab. Trotzdem ist der Deutsche Spendenrat zufrieden mit seiner aktuellen Bilanz.

Von Mirjam Kid | 28.02.2017
    Ein Überweisungsträger der Deutschen Herzstiftung.
    Im Gegensatz zu 2015 haben die Deutschen im letzen Jahr etwas weniger Geld gespendet. (imago / Steinach)
    Nicht alle Organisationen profitieren gleichermaßen vom immer noch hohen Spendenaufkommen: Vor allem Organisationen im Bereich humanitäre Hilfe und Tierschutz haben 2016 weniger Geld bekommen. Das geht aus einer Analyse hervor, die im Auftrag des Deutschen Spendenrats angefertigt wurde. Einer Dachorganisation, der über 60 gemeinnützige Organisationen angehören, wie etwa das Rote Kreuz oder der Arbeiter Samariter Bund. Vor allem die Not- und Katastrophenhilfe bekam weniger. Die Erklärung dafür liegt auf der Hand, meint Daniela Felser vom Deutschen Spendenrat:
    "Ja, der Rückgang hat damit zu tun, dass es im Jahr 2016 keine großen medienwirksamen Katastrophen gab. In 2015 gab es zum Beispiel das Erdbeben in Nepal und das hat gerade in der Not und Katastrophenhilfe dazu geführt, dass es große Zuwächse gab."
    Kultur- und Denkmalpflege konnten profitieren
    Profitiert hat im vergangenen Jahr vor allem der Bereich Kultur- und Denkmalpflege, dieser konnte ein leichtes Plus verzeichnen. Die Spenden für Umwelt- und Naturschutz blieben auf dem Vorjahresniveau. Auch die Hilfsbereitschaft für Geflüchtete sei in Deutschland ungebrochen, erklärt die Sprecherin des Deutschen Spendenrats:
    "Die Spendeneinnahmen für Flüchtlinge, also für Flüchtlingshilfsprojekte haben sich stabilisiert und ist unverändert groß. Zum Beispiel 488 Millionen Euro sind für Flüchtlingsprojekte gespendet worden. Und das betrifft nur die Geldspenden. Und 32 Millionen Menschen haben sich insgesamt für Flüchtlinge engagiert – also da sind auch Zeitspenden drin, auch Sachspenden und halt auch Geldspenden."
    Insgesamt waren es über 22 Millionen Menschen und damit 33% der Bevölkerung Deutschlands, die 2016 Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen spendeten. Wenngleich damit etwas weniger Menschen spendeten als im Vorjahr und auch die Höhe einer durchschnittlichen Spende geringfügig sank, so stiegen doch die Spenden pro Person im Durchschnitt leicht an.
    Langfristig positiver Trend
    Der Dezember, traditionell der Rekord-Monat für Spenden, erreichte sogar ein neues Höchst-Niveau. 1,2 Milliarden Euro und damit 23% der gesamten Jahresspenden entfielen auf diesen Monat. Damit lag er fast 15% über dem Wert des Vorjahres.
    Auch wenn mit den 5,3 Milliarden Euro das Rekord-Spenden-Niveau von 2015 nicht erreicht wurde, sei man erfreut, dass sich die langfristig positive Entwicklung der Spendeneinnahmen fortsetze, so der Spendenrat. Es handelt sich um das zweitbeste Ergebnis der letzten zehn Jahre.
    Die Daten für die Studie wurde aus einer Stichprobe von 10.000 Privatpersonen erhoben; Erbschaften und Unternehmensspenden, sowie Spenden an politische Parteien und Organisationen oder Großspenden über 2.500€ waren nicht teil der Studie.