
Die neue Saurierart war den Angaben nach bis zu eineinhalb Meter lang. Die Amphibien hatten einen großen, flachen Schädel mit vielen spitzen Zähnen und ernährten sich von Fischen und anderen Ursauriern. Im Gaumen wies Stenokranio drei Paar großer, nach hinten gebogener Reißzähne auf, die dazu dienten, glitschige Beute wie Fische festzuhalten.
Lauerjäger in tropischen Gewässern
Stenokranio lebte demnach als sogenannter Lauerjäger in tropischen Gewässern und an deren Rändern. Nach Körperform und Lebensweise besetzte das Tier eine ähnliche ökologische Nische wie die späteren Krokodile - jedoch lange vor deren Entstehung. Die Art sei Teil der ältesten gut belegten Ursauriergemeinschaft Europas gewesen, die vom Remigiusberg bei Kusel in der Westpfalz stamme, so die Forschenden.
Zu Lebzeiten von Stenokranio lag die jetzige Pfalz nahe dem Äquator und war Teil eines Gebirgstals, das von Lothringen bis Frankfurt am Main und vom Hunsrück bis fast nach Karlsruhe reiche. Das Tal bildete laut den Wissenschaftlern eine tropische Wasserlandschaft: Im Bereich des heutigen Remigiusbergs mündete damals ein großer Fluss in einen etwa 70 Kilometer langen See. Die Saurierart Stenokranio lebte den Angaben zufolge am Ufer des Sees und im Delta des Flusses.
