19. April 2023
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert wird die Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes.

Man sieht die beiden Köpfe nebeneinander: Links unscharf Geywitz, rechts scharf Habeck. Geywitz sagt etwas, Habeck hört zu. Dahinter die blaue Wand der Bundespressekonferenz..
Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, und Klara Geywitz (SPD), Bundesministerin für Bau und Wohnen (Michael Kappeler / dpa)
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG bezeichnet die Heizungspläne der Regierung als "gut gemeint, aber schlecht gemacht":
"Dem Weltklima hätte es nicht geschadet, hätte die Regierung den Starttermin bei 2025 belassen und die Reform besser vorbereitet. Doch es ging wie so oft nicht nur um die Sache, sondern auch um ein Symbol."
"Deutschland steht vor einem Megaprojekt, das Hauseigentümern schlaflose Nächte bereitet", schreibt die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg.
"Schlimm ist die Art und Weise, wie SPD, Grüne und FDP in dieser Koalition zusammenwirken - und die handwerklichen Fehler, die daraus entstehen. Zuerst werden Verbote, Vorgaben und Forderungen publik. Dann, wenn der Widerspruch groß ist und die Umfragen schlecht sind, werden mehr oder weniger sinnige Ausnahmen nachgereicht."
Die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG befürchtet, dass die Kosten trotz staatlicher Förderung gewaltig sein könnten:
"Das allerdings war schon vor zwei Jahren klar, als Lindner seine Unterschrift unter den Koalitionsvertrag gesetzt hat. Damals hat er dem Verbot neuer Öl- und Gasheizungen zugestimmt, jetzt versucht er, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Durchkommen wird er mit dieser Strategie nicht."
Die STUTTGARTER ZEITUNG merkt an, dass in Norwegen 60 Prozent der Heizungen Wärmepumpen seien:
"Doch in Deutschland verließ man sich lange darauf, dass Russland verlässlich und billig Erdgas liefern würde - und verpasste es, früher umzusteuern. Auch wenn das Vorhaben grundsätzlich richtig ist, so offensichtlich sind jedoch auch die Probleme: Es fehlen 60.000 Handwerker, um Wärmepumpen einzubauen. Und der Fachkräftemangel verschärft sich in den kommenden Jahren weiter."
Beschäftigte der Deutschen Bahn sind am Freitagmorgen zu einem Warnstreik aufgerufen. "Und jetzt schon wieder eine Machtdemonstration?", fragt die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle:
"Viele Zugpendler wissen, unter welchen Bedingungen diejenigen arbeiten, denen sie sich täglich anvertrauen. Sie dürften daher grundsätzlich Verständnis haben für den Ruf nach höheren Löhnen. Die EVG darf diesen Kredit nicht verspielen."
Die PFORZHEIMER ZEITUNG befürchtet, dass Deutschland immer mehr zur blockierten Republik werde:
"Die Inflation führt zu großer Entschlossenheit und Kampfbereitschaft der Arbeitnehmer. Die Bahn macht es sich zu einfach, wenn sie der EVG den Schlichterspruch aus dem öffentlichen Dienst vorlegt. Es muss - auch im Interesse der Kunden - beiden Seiten daran gelegen sein, eine Einigung zu finden, ohne die Tarifauseinandersetzung weiter zu verschärfen. Die Chancen dafür stehen jedoch nicht gut."