02. Mai 2023
Blick in die Zeitungen von morgen

Es geht um das Treffen von Bundesverkehrsminister Wissing und Klima-Aktivisten der Gruppe "Letzte Generation".

Fahrradfahrer umfahren eine Sitzblockade von zwei Klimaaktivisten der Gruppe "Letzte Generation" in Berlin. Die beiden halten ein Transparent mit der Aufschrift "Letzte Generation vor den Kipppunkten".
Das Gespräch zwischen Verkehrsminister Wissing und Klimaaktivisten beschäftigt viele Kommentatoren der Zeitungen von morgen. (AP / Michael Sohn)
Die MEDIENGRUPPE BAYERN, zu der unter anderem die PASSAUER NEUE PRESSE gehört, kommentiert die Ergebnisse so:
"Beide Seiten blieben bei ihren Maximalforderungen. Die eine will weiter protestieren, sich auf Straßen kleben und die Menschen nerven. Die andere Seite, in dem Fall die Bundesregierung, will, dass die Proteste aufhören."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG meint, Wissing hätte sich erst gar nicht mit den Aktivisten treffen dürfen:
"In einer Demokratie muss man reden, klar. Der demokratische Rechtsstaat darf sich jedoch nicht verkaufen. Das aber macht die Bundesregierung, wenn sie klimaklebende Straftäter zu Verhandlungspartnern macht. Wissings Empfang mag für sich genommen nur ein Austausch von Argumenten sein - er steht aber leider in einer Reihe von Erpressungsversuchen der Klimakleber.“
Ganz anders sieht es die TAGESZEITUNGTAZ. In ihren Augen war das Treffen vor allem ein "medienwirksamer Auftritt" für Wissing:
"Was wir hier bezeugen können, ist der schlecht getarnte Versuch, sich zumindest ein wenig der Verantwortung zu entledigen, die nach Blicken auf die katastrophale Klimapolitik im Verkehrssektor immer wieder auf seinem Feld landet. Es ist die Instrumentalisierung von legitimem Protest für die eigene Sache und die Ausnutzung eines massiven Machtgefälles sowie der Gesprächsbereitschaft verzweifelter junger Menschen",
notiert die TAZ.
Kommentarthema in vielen Zeitungen ist auch der Parteiaustritt des grünen Tübinger Oberbürgermeisters Palmer, unter anderem beim KÖLNER STADT-ANZEIGER:
"Erneut fällt Palmer mit Äußerungen auf, die für sich genommen als rassistisch interpretiert werden können - in der Summe mit allen anderen Äußerungen dieser Art aber als rassistisch interpretiert werden müssen. Dass Palmer sich nach Kritik mit verfolgten Juden gleichsetzt, führt ihn noch tiefer in den Morast. Sich eine Auszeit zu nehmen und Hilfe zu suchen ist die angemessene Reaktion."
"Boris Palmer ist kein Nazi“, ist sich die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg sicher.
"Dass ihn empörte Demonstranten so bezeichnen, ist ein Exzess. Dass Palmer deshalb sagt, diese Zuschreibung sei nichts anderes als ein Judenstern, ist ebenfalls ein Exzess. Maßlosigkeit auf allen Seiten charakterisiert die aufsehenerregende Auseinandersetzung, in deren Mittelpunkt einmal mehr der Tübinger Oberbürgermeister steht."
"Die Grünen-Spitze ist einen Quälgeist los", bemerkt der MÜNCHNER MERKUR:
"Tübingens Klartext-Bürgermeister Boris Palmer verlässt seine Partei und zugleich die große öffentliche Bühne. Groß ist die Genugtuung vor allem bei seinen grünen Ex-'Parteifreunden'. Sie haben sich an ihrem charismatischen Wahlsieger Palmer wund gerieben. Wie sehr das auch umgekehrt galt, verrät dessen Erklärung, er werde nun professionelle Hilfe in Anspruch nehmen."