
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU bilanziert:
"Eine Waffenruhe ist auch nach der Konferenz in Saudi-Arabien meilenweit entfernt. Doch das Treffen von Dschidda zeigt Wege auf, die zum Frieden führen können - auch wenn der Aggressor Russland gar nicht erst eingeladen war."
Die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG spricht von einem wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zu einem möglichen Frieden:
"Wenn zwei nicht zueinanderkommen, ist es keine Lösung, wenn die Umstehenden sich abwenden. Dann muss getrennt verhandelt werden. Die Konferenz in Dschidda macht klar: Der Krieg ist keine Sache der Ukraine und Russlands, auch keine allein Europas oder des Westens."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG ist sich sicher, früher oder später werde kein Weg daran vorbeiführen, auch
"Russland in die Gespräche einzubinden. Brasilien hat das bereits gefordert. Und die Friedensbemühungen Saudi-Arabiens zeigen, dass man sich seine Verhandlungspartner nicht aussuchen kann."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG meint, Saudi-Arabien stelle seine
"internationalen Mobilisierungskräfte als globaler Player unter Beweis – und, noch viel wichtiger, seine Rolle als 'neutraler Gesprächspartner', als Schiedsrichter, der sowohl von der Ukraine als auch Russland und China ernst genommen wird."
Dagegen betont die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf:
"Dass Saudi-Arabien in diesem aussichtslosen Krieg vermittelt, ist nicht ganz selbstlos. Mit der Initiative von Kronprinz Mohammed bin Salman versucht die Monarchie in Riad, ihr international ramponiertes Image aufzupolieren."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG äußert sich zur AfD, die bei ihrem Delegiertentreffen in Magdeburg einstimmig das Programm für die Europawahl 2024 beschlossen hat:
"Egal, ob die AfD offiziell davor zurückschreckt, dem 'Dexit' das Wort zu reden - dem Austritt Deutschlands aus der EU - oder explizit die 'geordnete Auflösung' der Gemeinschaft zu fordern – im Kern ist der Kurs der Partei klar gegen die EU gerichtet."
Man sollte sich nichts vormachen, schreibt die SÜDWEST PRESSE aus Ulm:
"Der 'Bund europäischer Nationen', den die AfD gründen will, klingt harmloser und ist auch konstruktiver als die diskutierte Alternative der 'geordneten Auflösung der EU'. Aber zu Ende gedacht, läuft es auf dasselbe hinaus."
Die MEDIENGRUPPE BAYERN, zu der unter anderem der DONAUKURIER gehört, konstatiert:
"Die Parteispitze kann sich zu Formulierungen in der Präambel ihres EU-Wahlprogramms winden, wie sie will. Sobald die AfD-Kandidaten und -Bewerber für das EU-Parlament den Mund aufmachen, bleiben wenig Zweifel an ihrer Gesinnung."
