17. September 2023
Blick in die Zeitungen von morgen

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat die italienische Insel Lampedusa besucht, auf der in der zurückliegenden Woche tausende Bootsflüchtlinge angekommen waren.

17.09.2023
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, von der Leyen, lächelt bei einem Besuch der Insel Lampedusa in die Kamera, rechts von ihr steht Italiens Ministerpräsidentin Meloni.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, von der Leyen (l), und Italiens Ministerpräsidentin Meloni bei ihrem Besuch auf der Insel Lampedusa. (Cecilia Fabiano / LaPresse / AP / dpa / Cecilia Fabiano)
Dazu schreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:
"Migrationspolitik ist kein Thema, bei dem sich pathetische Zukunftsbilder zeichnen lassen, wie von der Leyen sie liebt. Wer migrationspolitische Entscheidungen trifft, macht sich immer die Hände schmutzig. Ursula von der Leyen steht nun in der Pflicht, europäische Solidarität zu organisieren."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU erklärt:
"Syrien ist immer noch nicht stabilisiert, dafür hat der Ukraine-Krieg eine neue Flüchtlingswelle ausgelöst. Die Brutalität von Regimen wie in Afghanistan und Iran hat sich seit 2015 verschlimmert. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass Menschen nicht nur vor Krieg und Verfolgung fliehen, sondern auch aus Armut und Perspektivlosigkeit, die durch immer mehr Naturkatastrophen verschlimmert werden. Selbst, wer die humanistischen Werte hochhebt, wird das Gefühl nicht los, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher."
Die Zeitungen der OM-MEDIEN, zu denen die Oldenburgische Volkszeitung gehört, fragen:
"Was nützt es, Regierungen in Nordafrika mit Geld zu überhäufen, in der Hoffnung, sie würden die Menschen auf ihrem Weg nach Europa bremsen, wenn die wirksamste Hilfe eigentlich wäre, Menschen in ihren Heimatländern Perspektiven zu bieten? Europa steht am Scheideweg."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert die Ausschreitungen bei einer Eritrea-Veranstaltung in Stuttgart:
"Ein moderner Polizeibericht würde die Gewaltausbrüche auf dem Eritrea-Festival wohl eine herausfordernde kulturelle Auseinandersetzung nennen. Das änderte aber nichts daran, dass hier tatsächlich ein Konflikt fernen Ursprungs zum wiederholten Mal auf deutschen Straßen auf brutale Weise ausgetragen wurde. Störer der friedlichen Ordnung haben hier nichts zu suchen."
Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER betont:
"Die Polizei in Stuttgart war nicht auf diese Explosion der Gewalt vorbereitet. Warum nicht, muss man fragen. Natürlich darf man Menschen aus Krisenregionen nicht unter Generalverdacht stellen. Aber man darf auch nicht naiv sein. Es reißt alte Wunden auf, wenn man Folter, Unterdrückung oder Mord erlebt hat und in Deutschland seinen mutmaßlichen Gewalttätern oder Sympathisanten dieses Regimes begegnet. Es wird Zeit, dieser Gefahr ins Auge zu sehen und sich darauf vorzubereiten."
Die STUTTGARTER ZEITUNG vermerkt:
"Mit solchen Angriffen wird gewaltsam Hand an das gelegt, was hier über Jahre hinweg aufgebaut wurde: das friedliche Zusammenleben vieler Nationalitäten. Dieses hohe Gut gilt es zu verteidigen und immer wieder neu sicherzustellen. Die Ereignisse vom Samstag sind ein Alarmsignal für die Stadt und das Land."