24. September 2023
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Kommentatoren formulieren Erwartungen an das morgige Treffen im Bundeskanzleramt mit Vertretern der Bau- und Wohnungswirtschaft.

Kräne stehen zwischen Hausfassaden in Berlin.
Kräne stehen zwischen Hausfassaden in Berlin. (imago stock&people)
Die ALLGEMEINE ZEITUNG aus Mainz stellt klar:
"Gegen den Anstieg der Zinsen, der jede Kostenkalkulation über den Haufen geworfen hat, hilft kein Kanzler-Machtwort. Dennoch kann die Regierung etwas tun. Planungserleichterungen – Stichwort: serielles Bauen – würden helfen. Außerdem muss Geywitz dringend ihr Bauförderprogramm für Familien flott bekommen, die jetzigen Einkommensgrenzen sind realitätsfern, weshalb das Geld liegen bleibt."
Die BERLINER MORGENPOST fordert:
"Beim Wohnungsbau muss die Ampel dringend liefern. Es geht darum, mehr privates und staatliches Geld für das Bauen zu mobilisieren und den Wohnungsbau schneller und preiswerter zu machen. Scheitert die Ampel beim Wohnungsbau, dann bricht sie eines ihrer zentralen Versprechen."
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder ruft die Bundesregierung dazu auf, dass sie tief in die Staatskasse greift.
"Wem der Ernst der Lage nicht klar ist, sollte versuchen, mit geringem Eigenkapital einen Kredit zu bekommen, sein Haus zu sanieren oder eine Wohnung in einer Großstadt zu finden. Das ist schier unmöglich und sollte den Regierenden die Schamesröte ins Gesicht treiben."
Zur Debatte um die Flüchtlingspolitik schreibt die NORDWEST ZEITUNG aus Oldenburg:
"Es scheint, als ob die deutsche Politik an diesem Wochenende alles nachholen will, was sie lange Jahre zuvor versäumt hat. Viele Politiker aus der ersten Reihe meldeten sich zu Wort. Diese Offenheit gab es lange nicht. Der Kanzler sollte den Impuls im Land nutzen und eine große Verständigung suchen, die von möglichst vielen Parteien getragen wird."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG sieht es so:
"Dass Chefschweiger Olaf Scholz nun die Stillhalte-Linie der Koalition durchbricht und mehr Kontrolle gegen irreguläre Migration ankündigt, zeugt von später Einsicht. Er wird die Arbeit jetzt nicht mehr der Innenministerin allein überlassen können."
Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm konstatiert:
"Weder ein Deutschland-Pakt für Migration, wie ihn CDU-Chef Merz vorschlägt, noch die Einstufung von Georgien und Moldau als sichere Herkunftsländer und auch schärfere Grenzkontrollen würden etwas an den unhaltbaren und menschlich tragischen Zuständen an den europäischen Außengrenzen ändern."
Die TAZ sieht das Asylrecht unter Druck:
"Abschottung und Entrechtung führen nicht zu signifikant sinkenden Zahlen Geflüchteter, für unsere Demokratie aber sind sie eine enorme Gefahr. Wenn diese Gesellschaft es heute hinnimmt, dass vor Krieg und Gewalt fliehenden Menschen ihre Grundrechte genommen werden – wozu ist sie dann morgen bereit?".