Montag, 26. Februar 2024

05. Dezember 2023
Blick in die Zeitungen von morgen

Im Mittelpunkt der Kommentare steht die internationale Leistungsstudie Pisa für das Jahr 2022, bei der deutsche Schülerinnen und Schüler so schlecht abgeschnitten haben wie noch nie zuvor.

05.12.2023
Berlin: Jens Brandenburg (FDP, l-r), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Katharina Günther-Wünsch (CDU), Senatorin für Bildung, Jugend und Familie in Berlin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Doris Lewalter, Nationale PISA-Projektleiterin, und Francesco Avvisati, Ko-Autor der PISA-Studie, halten bei der Vorstellung der Pisa-Studie 2022 in der
Die in Berlin vorgestellte Pisa-Studie 2022 ist ein Thema in den Zeitungskommentaren. (Christophe Gateau/dpa)
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg führt aus:
"Die Ergebnisse in Mathe und Lesen sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland bedenklich. Hier rächen sich die wochenlangen Schulschließungen während der Pandemie, aber auch eine im Vergleich schleppende Digitalisierung. Corona erklärt aber nicht alles."
Auch die WESTFÄLISCHEN NACHRICHTEN aus Münster meinen, mit der Pandemie allein lasse sich das schlechte Abschneiden deutscher Schüler nicht begründen:
"Die Wahrheit ist doch: Das deutsche Bildungssystem ist auf den Hund gekommen, die Miserere derart komplex, dass das Wehklagen über die Missstände oft einer Kapitulation gleicht.
Die FREIE PRESSE aus Chemnitz analysiert:
"Die deutsche Bildungspolitik erinnert an einen Schüler, der sich auf eine wichtige Prüfung nur höchst unzureichend vorbereitet hat. Gehofft hatte er auf eine schwache Vier, die Fünf aber insgeheim erwartet. Jetzt liegt eine Sechs auf dem Tisch."
Das HANDELSBLATT stellt fest:
"Unser Schulsystem schafft es nicht, Kinder so zu fördern, wie es nötig und möglich wäre. Darauf weisen Experten schon lange hin. Unser System hat bereits 20 Prozent Schulversager 'produziert', die nicht richtig lesen, schreiben und rechnen können."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU kritisiert auch die Bundesbildungsministerin:
"Stark-Watzinger hat eine gute Gelegenheit verstreichen lassen, um ihre vor Monaten angekündigte Initiative wiederzubeleben und die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen in der Bildungspolitik voranzubringen. Doch die FDP-Politikerin blieb lieber unsichtbar. Das ist alles andere als ein gutes Zeichen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG äußert sich zum ungarischen Ministerpräsidenten Orbán, der die beiden Hauptbeschlüsse zur Unterstützung der Ukraine von der Tagesordnung des EU-Gipfels Mitte Dezember streichen will:
"Er verhält sich wie ein informeller Statthalter Putins im westlichen Lager; selbst Erdogan positioniert sich ausgewogener. Den Zeitpunkt für seinen kleinen Aufstand in Brüssel hat Orbán vermutlich sorgfältig gewählt. Da derzeit auch in Washington weitere Finanz- und Militärhilfe für die Ukraine blockiert wird, ist der potentielle Schaden für Kiew maximal."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG warnt vor dem Anfang einer Kette von Problemen, die der Ukraine
"existenzieller zusetzen würden als der EU: militärische und finanzielle Hilfe – auf Dauer abhängig von kleinen Autokraten wie Orbán und Möchtegern-Autokraten wie vielleicht demnächst Trump? Das wäre Putins erster Sieg von vielen."