
"Das darf man getrost Verbrauchertäuschung nennen", findet der SÜDKURIER aus Konstanz:
"Der nächste grobe Fehler aus Habecks Haus nach dem Heizgesetzdebakel - wenn auch nicht allein verschuldet."
Für die HEILBRONNER STIMME ist das Aus der E-Auto-Förderung eine "Frechheit, die sicherlich eine Klagewelle gegen den Staat auslösen wird". Und weiter heißt es:
"Von 4.500 Euro Förderung auf Null. Mal eben so. Das wird gravierende Folgen für die Elektromobilität in Deutschland haben. Nach Jahren des Wachstums werden die Zahlen im neuen Jahr voraussichtlich massiv einbrechen."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG kritisiert:
Das abrupte Ende der Förderung sei für viele ein Schock, verspiele das Vertrauen und sei kein faires Vorgehen. "So wäre es das Mindeste, dass das Kaufdatum – und nicht die Auslieferung – für den Erhalt des Umweltbonus ausschlaggebend wird. Schließlich findet diese meist erst Monate nach der Bestellung statt."
"Das ist unfair", findet auch der WESER-KURIER aus Bremen. Die Menschen müssten sich auf staatliche Zusagen verlassen können.
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG sieht es so:
"Autofahrer an neue Technik zu höheren Preisen heranzuführen erfordert Geduld und Beständigkeit - das Gegenteil dessen, was nun beim Umweltbonus geschieht, auch wenn man Wirtschaftlichkeit und Treffsicherheit dieser Subvention bezweifeln kann. Die Ampel beschädigt das Vertrauen in die ökonomischen Anreize, die sie gibt. So kann sie den Markt nicht mehr auf sanfte Weise beeinflussen."
"Richtige Kürzung", lautet dagegen die Schlagzeile des Kommentars im HANDELSBLATT. Die Wirtschaftszeitung betont:
Die Autoindustrie werde Jahr für Jahr in großer Dimension subventioniert. Genannt wird neben der jetzt auslaufenden E-Auto-Prämie auch die Abwrackprämie nach der Finanzkrise. Die Haushaltsmisere biete nun den Anlass für eine Korrektur.
Aus Sicht der MÄRKISCHEN ODERZEITUNG war längst klar, dass trotz der Milliarden-Förderung nicht bis 2030 die erhofften 15 Millionen E-Autos auf Deutschlands Straßen fahren würden:
"Für einen Erfolg der Elektromobilität sind andere Faktoren entscheidend: eine gut ausgebaute Lade-Infrastruktur und günstigere Fahrzeuge mit guter Reichweite", lesen wir in der Zeitung aus Frankfurt (Oder).
Und die TAZ übt grundsätzliche Kritik an der bisherigen Förderpraxis - zum Beispiel, dass es auch für große Elektro-SUV Zuschüsse gab:
"Wenn der Staat schon glaubt, er müsse Batteriefahrzeuge fördern, dann bitte nur Kleinwagen. Am besten aber wäre es, den Absatz der Fahrzeuge gar nicht zu subventionieren. Warum auch? Wer die ökologische Verkehrswende will, muss von der anderen Seite her kommen: Verbrenner belasten statt Stromer fördern. Insofern geht die Erhöhung der CO2-Steuer in die richtige Richtung. Der Kaufanreiz für Batteriefahrzeuge sollte sich aus dem Preisvergleich zwischen Tanken und Laden ergeben."
