12. März 2024
Blick in die Zeitungen von morgen

Deutschlandfunk - die Presseschau

Soldaten der Bundeswehr betanken einen Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 nach einer Übung.
Soldaten der Bundeswehr bei einer Übung am Kampfpanzer vom Typ Leopard 2. (dpa / picture alliance / Philipp Schulze)
Zahlreiche Zeitungen kommentieren den Bericht der Wehrbeauftragten Högl über den Zustand der Bundeswehr.
Deutschland habe verteidigungspolitisch viel zu lange in einer Märchenwelt gelebt, meinen die NÜRNBERGER NACHRICHTEN:
"Geschützt von anderen, getragen von der Hoffnung auf ein Ende aller Kriege und geprägt von den entsetzlichen Erfahrungen des Nationalsozialismus meinte man, mit einer Potemkinschen Bundeswehr durchzukommen. Nichts funktionierte richtig, man schummelte sich irgendwie durch. Den Preis dafür müssen wir jetzt bezahlen."
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder betont:
"Natürlich lässt sich eine Armee samt großem und kleinem Gerät nicht von heute auf morgen auf Vordermann bringen. Aber in Wahrheit hat das Umsteuern bei der Truppe ja nicht erst im Februar 2022 begonnen. Die Trendwenden Material und Personal wurden vor mittlerweile fast einem Jahrzehnt ausgerufen – Mehrausgaben inklusive."
Das Unangenehmste sei die personelle Misere, schreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG.
"Zu wenig junge Staatsbürger wollen noch zur Truppe. Auch in oberen Laufbahnen sind viele Posten vakant – bei stetig zunehmenden Aufgaben. Anstatt sich ewig abzuarbeiten am Taurus, wäre es gut, mehr Energie auf solche entscheidenden Fragen zu verwenden."
Die WELT befasst sich mit der Klage der AfD gegen die Einstufung der Partei als rechtsextremistischer Verdachtsfall durch den Verfassungsschutz:
"Es ist zu hoffen, dass die Richter dem Verfassungsschutz erlauben, die demokratiefeindlichen Netzwerke zu durchleuchten, deren Frontorganisation die AfD ist. Freilich ersetzt die geheimdienstliche Ausspähung ebenso wenig wie die journalistische Arbeit das Machtwort des Souveräns. Noch kann man der AfD an der Wahlurne das Handwerk legen."
Die Beobachtung durch den Verfassungsschutz sei ein zweischneidiges Schwert, kommentiert die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:
"Denn die Partei nutzt sie ihrerseits, um sich als Opfer feindlicher Mächte darzustellen und ihr Underdog-Image zu pflegen. Solange nichts entschieden ist, kann sie gegenüber möglichen Wählern argumentieren, dass die Einstufung des Verfassungsschutzes gewissermaßen vorläufig sei. Auch deswegen hat die Partei ein Interesse daran, das Verfahren in die Länge zu ziehen."
ZEIT ONLINE appelliert an Journalistinnen und Journalisten, im Falle der AfD eine - so wörtlich - "eigene politische Analyse" vorzunehmen:
"Man muss bloß in der Zeitung nachlesen, was führende AfD-Vertreter regelmäßig von sich geben, welche ehemaligen Neonazis sie in ihren Bundestagsbüros beschäftigen und wie häufig sie im russischen Staatsfernsehen auftreten. Zwar kann man aus alldem auch andere Schlüsse ziehen, nur braucht der Journalismus den Verfassungsschutz nicht, um so etwas zu schreiben: Die AfD ist rechtsextrem, rechtsextrem, rechtsextrem."