14. März 2024
Blick in die Zeitungen von morgen

Vorherrschendes Thema in den Zeitungen ist die Abstimmung des Bundestags über eine mögliche Taurus-Lieferungen an die Ukraine.

Olaf Scholz (SPD), Bundeskanzler, aufgenommen im Rahmen einer Befragung der Bundesregierung im Deutschen Bundestag in Berlin, 14.03.2024.
Bundeskanzler Scholz lehnt Taurus-Lieferungen weiter ab. (picture alliance / Kira Hofmann / photothek.de)
Die Magdeburger VOLKSSTIMME schreibt dazu:
"Für den parlamentarischen Wirbelsturm, den die Unionsparteien vor der erneuten Taurus-Abstimmung losgetreten hatten, war das Resultat im Bundestag letztlich äußerst dünn. Ziel verfehlt – Unions-Chef Friedrich Merz ist mit der Demontage des Regierungschefs krachend gescheitert."
Anders sieht es die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz:
"Sollte Merz die Absicht gehabt haben, mit seinem Taurus-Kurs die Ampel in die Zermürbung zu treiben, so ist ihm das gelungen. Die Rede von SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich im Bundestag war eine harte Abrechnung nicht nur mit der Opposition, sondern insbesondere mit den eigenen Koalitionspartnern. In einer Ehe würde man sagen, da hat jemand die Scheidungspapiere zur Unterschrift vorgelegt."
Die NÜRNBERGER ZEITUNG kritisiert die Haltung des Bundeskanzlers:
"Die Absolutheit des Kanzler-Bastas ist der eigentliche Fehler. Es ist falsch, in Deutschland, der EU oder der Nato Angst zu erzeugen. Wenn Angst überhaupt ein Mittel der Außenpolitik ist, dann geht es darum, sie beim Gegner zu erzeugen, und dabei hilft Stärke durch Abschreckung."
Die PFORZHEIMER ZEITUNG fragt:
"Reicht es jetzt endlich? Wieder haben sich die Ampel und die Opposition im Bundestag gezankt wie die Kesselflicker. Es wird dem Ernst des Themas aber nicht gerecht, wenn die Union Scholz in die Enge zu treiben versucht. Statt sich an der Taurus-Frage festzubeißen, sollten Ampel und Union lieber gemeinsam überlegen, wie der Ukraine geholfen werden kann."
Das Düsseldorfer HANDELSBLATT unterstreicht:
"Der Kanzler sagt, seine Verantwortung liege darin, einen Krieg mit Russland zu verhindern. Das allerdings wollen die westlichen Partner auch. Damit unterstellt er den Waffenlieferanten, die keine roten Linien ziehen, unterschwellig, keinen Frieden zu wollen. Das Gegenteil ist der Fall: Sie sehen Waffenlieferungen und die militärische Schwächung Putins – nicht zu Unrecht – als Voraussetzung für Friedensverhandlungen. Der Einzige, der keinen Frieden will, ist Putin selbst."
Und die Zeitung ND DER TAG bemerkt:
"Das Verhalten erinnert an ein nerviges Kleinkind, das alle halbe Stunde bei Mama oder Papa nach Schokolade fragt: Die Lieferung von Taurus-Raketen an die Ukraine wird von den Unionsparteien sowie von FDP und Teilen der Grünen beharrlich auf der politischen Agenda gehalten. Die ständigen Taurus-Debatten sollen eben auch die Meinung an der Heimatfront beeinflussen. Und das könnte sogar klappen. Wie bei dem Kleinkind, das den Papa solange nervt, bis der nachgibt und die Schokolade kauft."