05. April 2024
Blick in die Zeitungen von morgen

Zentrales Thema ist ein Telefonat zwischen Israels Regierungschef Netanjahu und US-Präsident Biden, der sofortige Maßnahmen zum Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern im Gazastreifen gefordert hat.

Ein Palästinenser trägt Trinkwasser in Wasserflaschen, das eine Hilfsorganisation nach Rafah im Gazastreifen geliefert hat.
Die USA haben Israel zu mehr Schutz und Hilfe für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen aufgefordert. (picture alliance / Anadolu / Abed Rahim Khatib)
Dazu lesen wir in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG:
"Biden hat offenkundig klare Worte gefunden, als er Netanjahu ins Gebet nahm. Um amerikanische Moralpredigten hatte sich der israelische Regierungschef nie geschert. Jetzt aber drohte ihm der Präsident, und binnen Stunden kündigte Israel an, mehr Hilfslieferungen für Gaza zu ermöglichen – 'vorübergehend'. Ein Wendepunkt muss das aber noch nicht sein."
"Biden will sich nicht länger von Netanjahu vorführen lassen, der keinerlei Interesse an einer Eindämmung des Krieges oder gar einer Zwei-Staaten-Lösung zu haben scheint", meint der KÖLNER STADT-ANZEIGER:
"Auch aus innenpolitischen Gründen ist es höchste Zeit, dass der US-Präsident den Druck massiv erhöht. Arabischstämmige und jüngere Wählerinnen und Wähler sind empört über seine bislang uneingeschränkt proisraelische Politik. Das könnte Biden im November den Wahlsieg kosten."
"Nach dem massiven Druck aus Washington erklärt sich Netanjahu immerhin bereit, mehr Hilfen für Zivilisten in Gaza zuzulassen", führt das STRAUBINGER TAGBLATT aus:
"Die sind auch bitter nötig, denn der Gazastreifen ist komplett verwüstet, es droht eine gewaltige Hungersnot. Jetzt liegt es an Israel und der internationalen Gemeinschaft sicherzustellen, dass humanitäre Organisationen ungehinderten Zugang in das Krisengebiet haben, um für die geschundene Zivilbevölkerung lebensrettende Hilfe bereitzustellen."
Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus sieht es so:
"Hätte Israel nicht erst jetzt, sondern schon vorher mehr Hilfslieferungen zugelassen, stünde es nicht so isoliert da, hätten die USA und Deutschland keine Schwierigkeiten, ihre unbedingte Solidarität aufrechtzuerhalten."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG betont:
"Mit Politikern vom Schlage Netanjahus an der Regierungsspitze werden Palästinenser und Israelis niemals zueinander finden – solange die iranische Mullah-Diktatur bei Hamas und Hisbollah im Hintergrund die Strippen zieht allerdings auch nicht."
Themenwechsel. SPD, Grüne und FDP haben sich auf eine bundesweite Rechtsgrundlage zur Einführung einer Bezahlkarte für Flüchtlinge verständigt. Für die VOLKSSTIMME aus Magdeburg eine "wegweisende Einigung":
"Die Betroffenen können unbürokratisch die für ihren Lebensunterhalt in Deutschland nötigen Waren und Dienstleistungen beziehen. Gleichzeitig verhindert die Karte die Möglichkeit, an Bargeld zu kommen oder Auslandsüberweisungen zu tätigen. In der Vergangenheit wurde so Geld systematisch in die Herkunftsländer transferiert, oft, um Schulden für eine illegale Schleusung nach Europa zu begleichen."