19. August 2024
Blick in die Zeitungen von morgen

Der Grünen-Vorsitzende Nouripour hat das Bündnis mit SPD und FDP als eine Übergangskoalition nach der Ära Merkel bezeichnet. Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG fragt sich, was daraus folgt.

Auf einem grauen Untergrund liegen Parteilogos in den Farben einer Ampel Koalition.
Parteilogos in Ampelfarben (dpa-Zentralbild/Sascha Steinach)
"Ist die 'Fortschrittskoalition' jetzt am Ende? Oder wollte der Grünen-Chef die Bevölkerung nur teilhaben lassen am Leiden ob des eigenen Unvermögens? Nach Letzterem sieht es aus."
Der TAGESSPIEGEL aus Berlin geht gedanklich einen Schritt weiter.
"Nouripour spricht faktisch von einer Koalition auf Abruf. Das ist für den Vertreter einer Regierungspartei ungewohnt offen und klarsichtig. Dabei spricht Nouripour nur aus, was wohl alle denken, einschließlich des Kanzlers. In der Bevölkerung ist die Ampel längst unten durch."
Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg verweist auf die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland:
"Möglicherweise glaubt Nouripour, durch sanfte Absetzbewegungen dem Schienbeintritt der Liberalen zuvorzukommen, denen in Thüringen und Sachsen das gleiche Desaster droht wie den Grünen (und die Kanzlerpartei SPD nähert sich auch bedrohlich der Fünf-Prozent-Hürde). Es wäre natürlich ein Treppenwitz der Zeitgeschichte würden sich Liberale und Grüne angesichts der drohenden Niederlagen gleichermaßen an die Union heranrobben, um nach der Bundestagswahl 2025 in ein neu zu richtendes Koalitionsbett zu steigen."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG kommt zu ähnlichen Überlegungen.
"Womöglich steckt in Nouripours Worten ja schon ein Angebot an Friedrich Merz (oder an wen auch immer die Union als Kanzlerkandidaten auf den Schild hebt). Indem er der Opposition so freundlich einen Teil der Arbeit abnimmt, zeigt Omid Nouripour jedenfalls ein Maß an Entgegenkommen, das in der Ampel zuletzt eher selten anzutreffen war."
In Chicago geht der US-Präsidentschaftswahlkampf mit dem Parteitag der Demokraten in die nächste Runde. Die AUGSBURGER ALLGEMEINE schreibt zur Kandidatin Kamala Harris:
"Sie setzt auf Freude und Zuversicht, während Trump düstere Untergangsszenarien malt und wilde Racheschwüre ausstößt. Mit einem Mal wirkt der 78-Jährige alt und ermüdend. Das alles garantiert Harris keinen Wahlsieg. Ihre politischen Flitterwochen könnten bald nach dem Parteitag zu Ende gehen. Dann ist der Überraschungseffekt verbraucht, und Fragen vor allem nach ihrem bislang recht dünnen Programm dürften lauter werden."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg erläutert:
"Chicago bietet die Bühne für die große Demokraten-Show. Kamala Harris – so viel ist zu erwarten – wird den Hype um ihre Person bestmöglich auszunutzen versuchen. Dazu gehören Versprechen – wie Steuersenkungen –, um schwankende Wähler in den Swing-States wie nebenan in Michigan auf ihre Seite zu ziehen."