
"Wenn sie aus ihrer Parteitagsblase zurückkehrt, die einem Motivationsseminar glich, wird sich zeigen, was der Aufbruch wert ist. Die Linke ist zumindest vorerst wieder von sich selbst überzeugt; jetzt muss sie all die anderen überzeugen, die sie bei den letzten Wahlen in alle Richtungen massiv verloren hat."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG stellt fest:
"Deutschland braucht eine demokratische linke Partei. Eine Partei, die die gegenwärtigen Sorgen der Menschen in den Mittelpunkt rückt, die ja im Grunde ohnehin linke Kernthemen sind: horrende Mieten, Lebensmittelpreise, fehlende Pflege- und Lehrkräfte sowie fehlende Kita-Plätze. Die Liste der Probleme, die die Menschen umtreiben, ist lang und bietet genug Raum für linke Positionen."
Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen sieht für die Linkspartei eine "existenzielle Bedrohung":
"Keine andere Partei ist so ausgezehrt wie sie. Das alte Problem der Linken ist trotz aller Tiefschläge und Abstürze indes nicht kleiner geworden: Den Ton gibt das Lager derer an, denen der Kampf um eine neue Weltordnung wichtiger ist als die Sorgen und Nöte der Menschen vor Ort."
Themenwechsel. Zu den Gesprächen zwischen BSW und CDU zu Regierungsbildungen in Ostdeutschland lesen wir in der AUGSBURGER ALLGEMEINEN:
"Ausgerechnet ihr schneller Erfolg könnte Wagenknecht zum Verhängnis werden. Missbraucht sie ihre Rolle für taktische Spielchen, für Putin-Propaganda und Polemik gegen den Westen, könnte sie potenzielle Sympathisanten abschrecken. Zeigt sich das BSW hingegen pragmatisch, wird es noch vor der Bundestagswahl seinen Anfangszauber verlieren, der ja vor allem darin besteht, alles fordern und behaupten zu können, aber für nichts Verantwortung übernehmen zu müssen."
Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm vermutet,
"dass Sahra Wagenknecht eher die Bundestagswahl 2025 als die Betreuung Thüringer Grundschulkinder im Blick hat. Prompt wurde vom BSW das bislang Erreichte wegen der 'Friedensfrage' wieder mit einem Fragezeichen versehen. Und auch in der Union ist das bundesweit höchst strittige Bündnis lange noch nicht durch."
Zum Schluss noch ein Kommentar der NEUEN OSNABRÜCKER ZEITUNG zur morgen beginnenden UNO-Artenschutzkonferenz in Kolumbien:
"Dass kaum einer von ihr Notiz nimmt, ist ein Problem. Das Artensterben mag medial weniger präsent sein als der Klimawandel. Es ist aber genauso schlimm. Von geschätzt acht Millionen Tier- und Pflanzenarten droht eine Million gerade auszusterben. Die Wildtierpopulationen sind in 50 Jahren um 73 Prozent eingebrochen. Das alarmiert nicht nur verträumte Naturfreunde, sondern auch nüchterne Akteure wie den Gesamtverband der Versicherer."
