18. September 2025
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Zeitungen befassen sich mit dem Haushalt 2025, den Finanzminister Klingbeil durch den Bundestag gebracht hat. Es war der erste Etatentwurf des neuen Ministers.

Eine Abokarte des Deutschlandtickets für den öffentlichen Nahverkehr liegt auf einem grauen Untergrund
Der Preis des Deutschlandtickets soll im nächsten Jahr auf 63 Euro steigen. (picture alliance / pressefoto_korb / Micha Korb)
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG sieht zwar einige Defizite, räumt Schwarz-Rot aber gute Gründe dafür ein:
"So hatte die neue Regierung nur wenige Wochen Zeit, zudem musste sie erst einmal die riesigen Lücken im Zahlenwerk schließen, das ihnen die Ampelvorgänger freundlicherweise hinterlassen hatten."
Andere Zeitungen sind weniger nachsichtig mit der Regierung. Die WESTDEUTSCHE ZEITUNG aus Wuppertal schreibt:
"Wer die Nachricht liest, kann das kaum glauben. Gerade erst hat die Bundesregierung ein Infrastruktur-Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Investitionen der nächsten zwölf Jahre aufgelegt, um auch den angesammelten Mehltau über dem deutschen Verkehrssektor aufzulösen. Nun vermeldet der Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, dass für den geplanten Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen im Haushalt viel zu wenig Geld da ist. Das ist schwer vermittelbar."
In der AUGSBURGER ALLGEMEINEN heißt es:
"Wenn die Koalition die Milliarden aus ihren Konjunkturpaketen nicht schnell und klug investiert, wenn sie den Menschen nicht bald das Gefühl gibt, dass sich tatsächlich etwas verändert, dann drohen dem Land französische oder britische Verhältnisse. Die jüngsten Umfragerekorde der AfD zeigen, wie tief der Frust und der Verdruss draußen im Land sitzen."
Ein weiteres Thema in den Kommentaren ist der künftige Preis für das Deutschlandticket. Dazu bemerkt die FRANKFURTER RUNDSCHAU:
"Das Deutschlandticket wird teurer. Um fünf Euro im Monat steigt der Abo-Preis - von derzeit 58 auf künftig 63 Euro. Das ist die schlechte Nachricht für die rund 14 Millionen Menschen, die das Ticket derzeit nutzen. Doch es gibt auch eine gute: Das alljährliche Geschacher um die Finanzierung dürfte - fürs Erste - ein Ende haben."
Die LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG lobt:
"Trotz knapper Kassen haben sich die Verantwortlichen gleich auf mehrere Jahre hinaus auf die Finanzierung des Deutschlandtickets festgelegt. Und nicht nur das: Künftig soll der Finanzierungsbedarf auch anhand eines festen Mechanismus berechnet werden – der jährliche Zwist ums Geld und die Angst, das Erfolgsmodell gleich wieder begraben zu müssen, sind also erstmal vorbei."
Zum Schluss noch ein Kommentar zum Aus für die Moderatorin Julia Ruhs beim Norddeutschen Rundfunk. Sie gilt als konservativ und hat das Magazin "Klar" präsentiert. DIE GLOCKE aus Oelde findet:
"Es ist ein Eigentor. Denn die Zuschauer beklagen seit Jahren, dass der öffentliche Rundfunk Stimmen unterdrückt, die nicht ins eigene Weltbild passen. Ruhs war mit ihren Themen nah an den Menschen. Ihre Absetzung trifft darum besonders hart."