04. Januar 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert wird der US-Angriff auf Venezuela.

Ehrenamtliche Mitarbeiter des Roten Kreuzes bauen während eines Stromausfalls im Südwesten Berlins in einer Notunterkunft Feldbetten auf.
Stromausfall in Berlin: Notunterkünfte eingerichtet (dpa / Sebastian Gollnow)
"Auch wenn das Ende von Maduros diktatorischer Herrschaft ja begrüßenswert ist, muss der Weg dorthin beunruhigen", findet die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:
"Denn dafür, dass die USA als Ankläger, Richter und Henker in eigener Sache über Wochen mehr als 100 Menschen auf See töteten, müssen sie keine spürbaren Konsequenzen fürchten, auch nicht für den gewaltsamen Einsatz in Caracas."
Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen notiert:
"Zurecht haben sich die meisten Länder auf einen Konsens geeinigt – das Völkerrecht. Für die gewaltsame Intervention in einem fremden Land braucht es zum Beispiel ein UNO-Mandat – selbst wenn es sich um Diktaturen handelt. Wer die Stärke des Rechts ersetzt durch das Recht des Stärkeren, der macht das Völkerrecht zur verhandelbaren Option."
"Um Maduro und seine Frau ist es nicht schade", meint die NORDSEE-ZEITUNG aus Bremerhaven:
"Drogenhandel, Korruption, Gewalt. Die US-Militäraktion hat nicht die Falschen getroffen. Aber in Venezuela ist mit der Entführung des Diktators noch keine neue Regierung installiert. Trump hat dafür keinen Plan, wie so oft. Die Hoffnung, dass es dem Land bald besser gehen wird, ist gering. Denn Trumps Außenpolitik ist von wirtschaftlichen Interessen dominiert, auch ganz privaten. Nicht vom hehren Ziel des Demokratieexports."
"Klar ist, dass es sich weder Peking noch Moskau nehmen lassen werden, bei ihrem nächsten Regelverstoß auf das Vorbild der USA zu verweisen", konstatiert das STRAUBINGER TAGBLATT:
"Bundeskanzler Merz und die EU-Chefdiplomatin Kallas wissen das – und antworten auf den Völkerrechtsbruch der Amerikaner trotzdem nur mit windelweichen Statements. Es sind Einlassungen der Machtlosen in Trumps neuer Welt. Wer jetzt noch daran zweifelt, dass sich Europa bewaffnen muss, um notfalls ohne die USA gegen Kremlchef Putin gewappnet zu sein, dem ist nicht mehr zu helfen."
Die Zeitungen kommentieren auch den Stromausfall in Teilen Berlins. Der NORDKURIER aus Neubrandenburg notiert:
"Aufmerken lassen sollte auch, dass es wohl Linksextremisten waren, die diesen von erstaunlich hoher Detailkenntnis geprägten Anschlag begingen. Die Gruppe, die sich zu der Tat bekannt hat, verübt mindestens seit 2018 Anschläge auf Netze in Berlin, mit immer verheerenderen Folgen. Groß geredet wurde darüber in der bundesdeutschen Öffentlichkeit bislang aber nicht. Das muss sich ändern."
"Der Stromausfall ist kein irgendwie entglittener Spaß, sondern ein düsterer Vorbote weiterer Straftaten", befürchtet die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:
"Mögen sie auch nicht willentlich Putins Erfüllungsgehilfen sein, so sind sie mindestens seine nützlichen Idioten. Damit trifft sich wieder einmal der Extremismus von links mit dem von rechts."