
"Entgegen aller bisherigen Beteuerungen wird Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sein Amt vorzeitig aufgeben",
schreibt die VOLKSSTIMME aus Magdeburg.
"Viele hoffen nun, dass CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze die verbleibenden sieben Monate bis zur Landtagswahl nutzt, sich als Regierungschef zu profilieren. Die Einsicht, so vorzugehen, kommt reichlich spät. Es bleibt Schulze nicht mehr allzu viel Zeit, aus dem Schatten des populären Haseloff zu treten und seinen eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern."
Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg ergänzt:
"In Sachsen-Anhalt versucht CDU-Ministerpräsident Rainer Haseloff durch eine Staffelübergabe an seinen Wunschnachfolger Sven Schulze das Schlimmste zu verhindern. Und damit ist – man glaubt es kaum – eine Landtagsmehrheit der rechtsextremistischen AfD gemeint."
In Berlin gibt es nach dem Stromausfall Kritik am Regierenden Bürgermeister Wegner von der CDU. Der WESER-KURIER aus Bremen erläutert:
"Dass Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner mit seiner Lebensgefährtin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, Tennis gespielt hat, während 45.000 Haushalte in der Hauptstadt ohne Strom waren, ist noch kein Skandal. Was aber gar nicht geht, ist öffentlich den Eindruck zu erwecken, sich ins Homeoffice eingeschlossen und Hilfeleistungen koordiniert zu haben. Das war Wegners entscheidender Doppelfehler."
Auch der Berliner TAGESSPIEGEL spricht von einem Doppelfehler:
"Da sind zum einen die Symbolik und das kommunikative Fehlverhalten. Der Stromausfall im Südwesten Berlins dauerte gut sechs Stunden und Wegner benötigte da bereits einen Moment, 'um den Kopf freizubekommen', wie er das Training selbst rechtfertigt. Dass Wegner dann, wie sich nun herausstellt, die Öffentlichkeit über seine Aktivitäten in der Anfangsphase der Krise belogen hat, bringt zusätzliche Brisanz ins Spiel."
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt (Oder) sieht es so:
"Die allgemeine Erregung mag ungerecht sein, aber so ist das in der Spitzenpolitik und es sollte jeder wissen, der sich dort betätigt: Die Macht der Bilder und kleinen Vergehen kann groß sein. Von Bin-baden-Scharping über die Urlauberin Anne Spiegel bis eben zu Armin Laschet mussten das einige Prominente lernen. Tatsächlich müsste auch Kai Wegner zurücktreten."
Der STERN findet dagegen:
"Die Aufregung über das Tennismatch ist eine Art politische Ersatzhandlung. Warum sich mit den Details des Stromausfalls beschäftigen, wenn man den Bürgermeister auch persönlich angreifen kann? Dabei sieht dessen Bilanz nach dem bisherigen Wissensstand nicht schlecht aus."
