
"Nicht zu Unrecht bemängeln Ökonomen die hohen Ausgaben für die neue E-Auto-Prämie und erinnern an ein Projekt der Merkel-Zeit, die Abwrackprämie. Die hat die Industrie zwar kurz gestützt, viele Kunden hatten den Kauf eines Autos aber nur vorgezogen. Der Effekt: Später sanken die Zahlen wieder. Und die Prämie war teuer.
Ähnlich die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf:
"Solange Käufer nicht sicher sind, ob genügend Ladesäulen in der Nähe verfügbar sind, und wie sich die Strompreise entwickeln, werden sie sich zurückhalten – trotz Kaufprämie. Sie ist damit vor allem auch eines: ein Geschenk an die Autoindustrie."
Nun zur RHEINPFALZ aus Ludwigshafen:
"Gerade noch hatte sich Deutschland mit Nachdruck dafür eingesetzt, das europaweite Verbrenner-Aus aufzuweichen. Kaum ist diese Schlacht geschlagen, folgt der nächste Anschub für E-Autos. Erst wird der Abschied vom Verbrenner rhetorisch gebremst, dann soll der Umstieg finanziell beschleunigt werden. Das passt nicht zusammen."
Und der NORDKURIER aus Neubrandenburg moniert:
"Für diese Fördermittel kommen auch jene auf, die sich selbst niemals ein neues E-Auto leisten könnten, deshalb weiter Verbrenner fahren und seit Januar eine noch höhere CO2-Abgabe bezahlen. Der Bäckergeselle beispielsweise, der ohne eigenes Auto auf dem Land nachts schwerlich zur Arbeit kommt."
Themenwechsel. Die venezolanische Oppositionspolitikerin Machado hat ihre Friedensnobelpreis-Medaille an US-Präsident Trump überreicht. Der REUTLINGER GENERALANZEIGER meint dazu:
"Machado hat sich mit dieser Geste als ihrer Auszeichnung unwürdig erwiesen. Das norwegische Nobelpreiskomitee sollte darüber nachdenken, ob es Preisträgern den Preis wieder entzieht, wenn sie sich im Nachhinein als unwürdig erweisen."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU überlegt:
"Es zeigt, wie verlottert die internationalen Sitten sind. Auch Bittsteller wie Friedrich Merz, Keir Starmer und die EU-Kommission beteiligen sich daran, den mächtigsten Mann mit dem kindischen Gemüt durch Geschenke milde zu stimmen. Höchste Zeit, das unwürdige Theater aufzugeben – oder sich zumindest Kniffe zu überlegen, die mal Selbstbewusstsein demonstrieren."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG notiert:
"Die Strahlkraft des Preises ist lädiert. Mit der jüngsten Preisvergabe hat das Komitee nicht unbedingt ein glückliches Händchen bewiesen. Die Glaubwürdigkeit internationaler Auszeichnungen hängt maßgeblich von der öffentlichen Wahrnehmung ihrer Träger ab. Die Chance auf eine tatsächliche Verleihung des Friedensnobelpreises dürfte Trump mit dem Machado-Medaillen-Spektakel im Weißen Haus endgültig verspielt haben."
