
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf findet:
"Merz hat recht: Die Welt erlebt derzeit eine radikale Neuordnung der Außen- und Sicherheitspolitik der USA, hin zu einer Welt der Großmächte. Und ja, am Horizont taucht damit eine neue Ordnung auf, die auf Macht, auf Stärke und auch auf Gewalt basiert."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG stellt fest:
"Fahrlässigen Bemerkungen aus Europa, die NATO sei doch schon jetzt am Ende, schloss Merz sich ausdrücklich nicht an. Richtig so."
Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg hebt hervor, der Kanzler habe aus taktischen Gründen ein Bekenntnis vermieden:
"Was Deutschland, was Europa braucht, ist eine ökonomische und technische Emanzipation von den USA und von China. Der EU-Wirtschaftsraum ist groß genug, um das zu leisten."
Die FREIE PRESSE aus Chemnitz mahnt:
"Angst darf in der Auseinandersetzung mit den alten und neuen Großmächten dieser Welt genauso wenig eine Kategorie sein wie Panik. Denn die Großen riechen Schwäche. Dagegen hilft nur, die eigene Stärke Schritt für Schritt aufzubauen. Damit man in der gefährlichen Welt, von der Merz spricht, bestehen kann."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG bilanziert:
"Der Bundeskanzler hält eine Rede, die in ihrem ruhigen, vertrauenswürdigen Duktus spiegelbildlich zu Trumps Cowboy-Rede vom Vortag wirkt. Und doch: Was von ihr vor allem in Erinnerung bleibt, ist die Beschreibung der Gefahr, nicht die Aussicht auf Rettung."
Thema in der FRANKFURTER RUNDSCHAU ist die Abstimmung zum Freihandelsabkommen Mercosur im Europaparlament. Die Zeitung betont, dass sich die Grünen
"mit sehr linken und vor allem sehr rechten Europaabgeordneten – Achtung, Brandmauer! – in ein Boot begeben haben. Dabei fiel die Entscheidung für die Prüfung von Mercosur durch den Europäischen Gerichtshof mit lediglich zehn Stimmen Mehrheit, immerhin acht davon gehen auf das Konto der deutschen Ökopartei."
Landes- und Bundesgrüne seien jetzt gemeinsam 'unglücklich', schreibt die NÜRNBERGER ZEITUNG:
"Offenbar wurde man in der Partei von Vorgehen der europäischen Gesandten überrascht. Bespricht man in den zahllosen internen Konferenzen und Besprechungen nur unwichtige Themen?"
Das DARMSTÄDTER ECHO vermutet:
"Den Initiatoren des Prüfantrags ging es ausschließlich um die Verhinderung des Abkommens. Es mag Argumente dafür geben, dass sich der EuGH über Mercosur beugt. Das hätte er aber auf Antrag Polens ohnehin getan. Warum also haben sich etliche Grüne auf dieses Pferd setzen lassen?"
